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Jan 15, 2021
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Die schlechtesten Änderungen an Teamaufstellungen des Jahres 2020

Die schlechtesten Änderungen an Teamaufstellungen des Jahres 2020

Die Saison 2021 steht kurz bevor, weshalb viele Teams ihre Squads ändern, mit guten oder schlechten Ergebnissen. In diesem Artikel stellen wir einige der Teams vor, die unserer Meinung nach 2020 die schlechtesten Änderungen an Teamaufstellungen vorgenommen haben.

MAD Lions experimentieren international

Nachdem sich MAD Lions den Titel für Flashpoint Season 1 erkämpft hatten, litt das Team in der Mitte des Jahres 2020 an einer Pechsträhne. Lucas „Bubzkji“ Andersen verließ im Juli zugunsten der vergrößerten Teamaufstellung von Astralis das Team, woraufhin Paweł „innocent“ Mocek als Ersatz verpflichtet wurde. Damit wichen sie erheblich von der gewohnten Vorgehensweise ab, denn MAD Lions waren ab diesem Moment kein rein dänisches Team mehr.

North haben das letzte Jahr damit verbracht, den Ruf des Teams beinahe endgültig zu zementieren – den Ruf, eine ziemliche Enttäuschung in CS:GO zu sein.

Ab dieser Änderung sank die Teamleistung wie ein Stein. Nach einem recht starken Ergebnis unter den 7.–8. Plätzen bei DreamHack Open Summer in ihrem ersten Turnier ging es für das Team nur noch abwärts. Nachdem das Team gegen Nexus Gaming in der offenen Qualifikation ausgeschieden war, landete das Team bei ESL One Cologne Europe auf den 9.–12. Plätzen, wobei sie nur gegen ein schwächelndes mousesports einen Sieg erringen konnten, die später ebenfalls ihre Teamaufstellung änderten.

Nach einem peinlichen Ausscheiden im Malta Vibes Cup auf den 9.–12. Plätzen gegen x6tence, ein dänisches Team von niedrigerem Rang, war das Experiment vorüber. „Innocent“ fand sich auf der Bank wieder und das Team spielte zwei Monate lang kein einziges Match. Auch Asger „AcilioN“ Larsen verließ das Team, die beiden wurden ersetzt durch Rasmus „HooXi“ Nielsen and Ismail „refrezh“ Ali. Danach verbesserte sich die Leistung nicht sonderlich, das beste Ergebnis des Teams im zweiten Halbjahr waren 5.–6. Plätze bei Flashpoint 2.

Man kann auch argumentieren, dass Asger „AcilioN“ Larsen als Ersatz für Nicolai „HUNDEN“ Petersen (im März 2020) ein Rückschritt für das Team war, da sie mit dem alten IGL viermal bei A-Tier-Events unter den Top 4 abschnitten. Allerdings gewannen sie Flashpoint 1 nach dem Beitritt von „AcilioN“, alles in allem also doch ein solider Transfer.

Vertragsende für Chaos und 100 Thieves

Dabei geht es weniger um Änderungen an Teamaufstellungen und zukünftige Resultate, als einfach um das furchtbare Timing und die schlechten Entscheidungen, die Organisationen für ihre CS:GO-Teams getroffen haben. Wir wollen uns auf zwei davon konzentrieren – das größtenteils aus Australien stammende Team von 100 Thieves sowie das große aufstrebende Lineup von Chaos in Nordamerika.

Durch die Aufnahme von „Innocent“ in MAD Lions wichen sie erheblich von der gewohnten Vorgehensweise ab, denn sie waren ab diesem Moment kein rein dänisches Team mehr.

Die Geschichte von 100 Thieves in CS:GO ist geprägt von schlechtem Timing und unglücklichen Umständen. Das brasilianische Experiment des Teams endete 2017/18 nach nur zwei Monaten aufgrund von Visumsproblemen. Ende 2019 begannen sie einen Ausflug nach Australien, nachdem die Pläne des Teams zu einer Wettbewerbsteilnahme in Europa von COVID-19 durchkreuzt wurden.

Zuerst verließ der Teamcoach Chet „Chet“ Singh das Team, um in VALORANT als Coach zu arbeiten. Vor seinem Austritt hatte das Team eine Saison mit Höhen und Tiefen; die besten Ergebnisse waren ein dritter Platz bei DreamHack Masters Spring sowie ein vierter Platz bei cs_summit 6.

Ende September kamen Gerüchte auf, dass 100 Thieves den Ausstieg in Erwägung zogen, und die Zuschauer waren schockiert, dass das Team kein weiteres Jahr beibehalten werden sollte. Während sich die Organisation stattdessen für einen Platz in der Call of Duty League entschied, beendete 100 Thieves die Verträge eines Teams, das sowohl bei ESL Pro League als auch bei IEM New York Online den zweiten Platz geholt hatte. Die Zukunft des Teams ist momentan in der Schwebe, nachdem mit Justin „jks“ Savage mindestens ein Spieler aufgrund eines neuen Projekts das Team verließ.

Chaos wurden zwar offiziell im Januar 2021 entlassen, doch die Entscheidung zugunsten des Vertragsendes fiel bereits im Dezember. Das schlug in der ganzen nordamerikanischen CS:GO-Community hohe Wellen, da dieser Schritt einfach keinen Sinn ergab.

Chaos hatte kürzlich einen guten Lauf im zweiten Halbjahr. Das neue Team zur Jahresmitte wäre wahrscheinlich ein Kandidat für unsere Liste der besten Änderungen an Teamaufstellungen 2020 gewesen. Aus einem Team, das nur gerade so als Herausforderung anzusehen war und das eher symbolisch an Flashpoint teilnahm, wurde das stärkste nordamerikanische Lineup, nachdem die größeren Teams zum Ende des Jahres nach Europa gingen.

Die Turnierergebnisse des Teams waren beeindruckend. Nach einer Platzierung unter den Top 8 bei cs_summit Online eroberten sie die Top 4 bei den Online-Events DreamHack Open Summer und ESL One Cologne. Das Team belegte den fünften Platz in der ESL Pro League und gewann dann die letzten beiden Events des Jahres in Nordamerika IEM Beijing und DreamHack Masters Winter.

Die Tatsache, dass Chaos sie dennoch nicht in das neues Jahr übernommen erscheint wie ein Warnzeichen für CS:GO in Nordamerika. Das Team wird nicht in seiner vollen Stärke weiterspielen können, jetzt wo Teamleader Anthony „vanity“ Malaspina an seiner VALORANT-Karriere arbeitet und Erick „Xeppaa“ Bach zu Cloud9 wechseln möchte. Ein wirklich schändliches Ende einer vielversprechenden Teamaufstellung.

Kader-Karussell bei North und Vertragsende für Kjaerbye

North haben das letzte Jahr damit verbracht, den Ruf des Teams endgültig zu zementieren – den Ruf, eine ziemliche Enttäuschung in CS:GO zu sein. Sie haben zahlreiche Chancen verspielt, sich endgültig als zweites Team Dänemarks zu etablieren und können von einem Auftritt als Herausforderer auf der internationalen Bühne nur träumen.

Aber was ist mit diesem Jahr? Die Änderungen begannen, als Markus „Kjaerbye“ Kjærbye sich zur Jahresmitte hin krank melete, weshalb das Team Kristoffer „kristou“ Aamand als Vertretung rekrutierte und ein neues System für die Jugendarbeit aufsetzte. Als klar wurde, dass „Kjaerbye“ nicht mehr zurückkommen würde, wurde er aus seinem Vertrag entlassen. North verabschiedete sich von einer vollständig dänischen Teamaufstellung und holte sich den ehemaligen Star von NiP ins Team, Jonas „Lekr0“ Olofsson.

Und an dieser Stelle wird die Geschichte etwas peinlich. North hatte zu diesem Zeitpunkt „kristou“ unter Vertrag genommen, ihn aber an sein ursprüngliches Team AGF verliehen. Die Teams trafen dann in einem Cup-Wettbewerb aufeinander, bei dem North zum Viertelfinale eingeladen wurde – und AGF waren die klaren Sieger. Es war auch keine knappe Series, trotz dem Ergebnis von 2-1, da North auf den beiden verlorenen Karten haushoch unterlegen waren, während sie die gewonnene Karte nur knapp mit 16-14 für sich entschieden.

Es lief also nicht gerade gut. Sie zeigten zu Jahresbeginn eine Menge Potenzial, vor allem mit der Platzierung unter den Top 4 bei DreamHack Anaheim im Februar. Doch als die Online-Phase des Jahres begann, ging es abwärts. Rasant abwärts. Peinliche Niederlagen in Cup-Wettbewerben folgte ein letzter Platz bei DreamHack Masters Spring im April. Die stärkste Leistung des Teams im ganzen Jahr war ein siebter Platz beim RMR-Event cs_summit Online 6.

Zum Jahresende machte das Team eine drastische Veränderung durch, nachdem Mathias „MSL“ Lauridsen und Philip „aizy“ Aistrup aus der Aufstellung flogen, zugunsten von „kristou“ und dem jungen Schweden Rasmus „kreaz“ Johansson. Die einzige Leistung des Teams bisher, bei DreamHack Masters Winter, war mit einem 9.–12. Platz nicht gerade brillant, aber doch immer noch deutlich besser als bei den anderen Turnieren.

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Der Autor

Michael Moriarty

Michael has previously worked as an award winning freelance writer in the world of Esports for over 5 years, specialising in CS:GO and Rocket League. Outside of Esports and gaming, Michael is a supporter of AFC Wimbledon in football and occasionally watches a bit of snooker.

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