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Jan 5, 2018
Jan 5, 2018

Wie schnell können Sie eine neue Fähigkeit erlernen?

Wie wichtig ist Kompetenz beim Wetten

Was verbirgt sich hinter der 10.000-Stunden-Regel?

Warum benötigen erfolgreiche Wettende mehr als Glück und Können

Wie schnell können Sie eine neue Fähigkeit erlernen?

Auch wenn beim Wetten Glück und Zufall die entscheidende Rolle spielen, sind Kenntnisse und Fähigkeiten ein nicht zu unterschätzender Faktor. Vielleicht erzielen Sie kurzfristig Gewinne, weil sie Glück hatten, aber auf lange Sicht werden Sie verlieren. Die Frage wäre nun also, wie schnell sich Wettkompetenzen aneignen lassen und wieso diese beim Wetten so wichtig sind? Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.

Wie wichtig ist Kompetenz beim Wetten 

Wettende, die kontinuierlich Gewinne erzielen, haben keinesfalls mehr Glück als andere. Sie verfügen nur über mehr Wissen darüber, wie sich die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ergebnisse berechnen lässt. Da sich Glück und Pech über die Zeit die Waage halten, ist bei einem erfolgreichen Wettenden die Einschätzung, was passieren wird oder nicht, genauer als die des Buchmachers – bei einem erfolglosen Wettenden dagegen ungenauer.

Sie können nicht lernen, wie Sie Glück haben, und auch nicht, wie sich der Zufall vorhersagen lässt. Sie können allerdings Fähigkeiten hinsichtlich der Berechnung von Ergebniswahrscheinlichkeiten entwickeln. Egal, ob Sie Ihren Wettvorteil über ein Wettmodell, über Nischenmärkte oder statistische Analysen erlangen, es gibt eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Kompetenzen, die Wettende erwerben können, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen.

Die 10.000-Stunden-Regel

Wenn danach gefragt wird, wie schnell sich eine Fähigkeit erlernen lässt, wird häufig auf Malcolm Gladwells Buch Outliers verwiesen. In diesem Buch behauptet Gladwell, dass Sie durch 10.000 Stunden „gezielter Übung“ höchste Kompetenz in einem beliebigen Bereich erlangen können.

Diese „Regel“ wird meist mit Gladwell in Verbindung gebracht wird, sie ist jedoch nur eine vereinfachte Interpretation der Forschungsergebnisse einer Gruppe von Psychologen (Anders Ericsson, Ralf Krampe und Clemens Tesch-Romer), die diese 1993 in ihrem Artikel The Role of Deliberate Practice in the Acquisition of Expert Performance veröffentlicht haben. 

Wettenden muss außerdem bewusst sein, dass bei wachsendem Kompetenzniveau der Einfluss von Glück größer wird.

Danach weist Gladwells 10.000-Stunden-Regel zwei entscheidende Mängel auf. Erstens ist die Angabe von 10.000 Stunden bloß eine willkürliche Zahl wie Ericssons Ko-Autor Robert Pool in seinem Artikel Peak: Secrets From the New Science Expertise betont. Diese wurde wahrscheinlich gewählt, weil sie so einprägsam ist. Außerdem handelt es sich in der ursprünglichen Studie nur um einen Durchschnittswert, denn einige Menschen werden deutlich weniger Zeit benötigen, andere deutlich mehr.

Zweiten müssen Wettende beachten, dass Übung allein nicht ausreicht. Auch der gewählte Ansatz spielt beim Erlernen einer Fähigkeit eine wichtige Rolle. Selbst wenn Sie 100.000 Stunden an gezielter Übung investieren, werden Sie möglicherweise niemals Expertenniveau erreichen. Denn kompetentes Wetten hat nichts mit Übung zu tun, sondern mit Lernen, Adaptieren, dem Verstehen der Faktoren, die eine Wettentscheidung beeinflussen, und nur dann zu wetten, wenn Sie einen positiven Erwartungswert haben.

Testen des Könnens, eine Fähigkeit zu lernen

Max Deutsch hat die Idee des Schnelllernens in seinem Month-to-Master-Projekt auf die Spitze getrieben. Der „obsessive Lerner“, wie er sich selbst bezeichnet, hatte sich zur Aufgabe gemacht, innerhalb eines Jahres 12 unterschiedliche Fähigkeiten (jede innerhalb eines Monats) zu erlernen. Diese Fähigkeiten reichten vom Merken eines Kartenspiels in weniger als zwei Minuten bis hin zu dem Versuch, den Schachweltmeister Magnus Carlsen in einem Match zu schlagen.

Obwohl keine dieser Fähigkeiten direkt mit Wetten in Bezug steht (Pinnacle hatte Quoten auf Deutschs Schachpartie gegen Carlsen angeboten), lassen sich aus diesem Versuch auch Erkenntnisse für Wettende ableiten. Sei es logisches Denken, Entschlossenheit oder das Aufbringen ausreichender Geduld, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, das Month-to-Master-Projekt betont, wie wichtig der richtige Ansatz und die richtige Mentalität für das Erreichen eines Zieles sind.

Deutschs Fähigkeiten, nach nur einem Monat Lernen und Üben ein 30-minütiges Gespräch auf Hebräisch zu führen oder 20 zufällig aneinandergereihte Musiknoten zu erkennen, waren sehr eindrucksvoll. Aber am interessantesten war die Schachpartie gegen den dreimaligen Weltmeister Magnus Carlsen.

Übung allein ist nicht genug. Der gewählte Ansatz ist beim Erwerb von Kompetenzen ebenso wichtig.

Anstelle zu versuchen, den besten Schachspieler der Welt nur durch Üben zu schlagen, verwandelte sich der 24-jährige Unternehmer in einen Schachcomputer (oder zumindest versuchte er es). Er entwickelte einen Algorithmus, mit dem er während des Spiels die Vor- und Nachteile jedes möglichen Zuges würde einschätzen können, und versuchte dann, die Reaktion des Schachcomputers zu lernen.

Obwohl sich Deutsch für diese Aufgabe noch einige Extrawochen mehr Zeit genommen hatte, musste er erkennen, dass der gewählte Zeitrahmen bereits für die Entwicklung eines erfolgreichen Schachalgorithmus (und dann wäre ja noch das Auswendiglernen der Reaktionen gekommen) nicht ausreichte – er spielte dennoch gegen Carlsen (und verlor). Auch wenn der Versuch, Magnus Carlsen zu schlagen, am Ende nicht erfolgreich war, zeigt die von Max Deutsch gewählte Herangehensweise und die einzigartige Geschichte, dass der Prozess genauso wichtig sein kann wie das Ergebnis. 

Das Paradoxon des Könnens

Während die Aussage, dass Sie ohne Kompetenzen beim Wetten langfristig keinen Gewinn machen können, wahr ist, sollten Wettende auch bedenken, dass bei zunehmender Kompetenz der Einfluss des Faktors Glück wächst. Dies wird als Paradoxon des Könnens bezeichnet.

Michael Mauboussin hat diesen Begriff in seinem Buch The Success Equation: Untangling Skill and Luck in Business, Sports, and Investing eingeführt und dabei den Schlagdurchschnitt (Batting Average) vom Baseball als Beispiel genommen. Mauboussins Antwort auf Stephen Jay Goulds Frage, warum kein MLB-Spieler seit 1941 einen Schlagdurchschnitt von über 0.400 mehr halten konnte, lautet: Weil ein Schlagdurchschnitt keine Einschätzung der absoluten, sondern nur der relativen Fähigkeit liefert (nicht nur die Batter haben sich in der MLB verbessert, sondern auch die Pitcher).

Auch wenn Mauboussin sein Konzept in dem Artikel mithilfe von Leistungswerten aus dem Sport einführt, verweist seine These, wonach „das Paradoxon des Können vielleicht nirgendwo offenkundiger ist als in der Welt der Investitionen“ darauf, wie sich diese Studie für das Wetten nutzen lässt.

Kompetentes Wetten hat nichts mit Üben zu tun, sondern mit Lernen, Adaptieren und dem Verstehen der Faktoren, die Wettentscheidungen beeinflussen.

Wie an der Wall Street tummeln sich auch auf dem Wettmarkt viele Menschen, die dasselbe Ziel mit denselben Mitteln (Nutzen von Informationen, Entwickeln von Modellen usw.) zu erreichen versuchen. Nach Mauboussin bedeutet dies, dass es bei zunehmender Kompetenz eines Marktes immer schwieriger wird, Gewinnvorteile aufzuspüren, und daher der Einfluss von Glück immer größer wird.

Je mehr Informationen zur Verfügung stehen (zusammen mit den Auswirkungen der Intelligenz der Masse), desto genauer spiegeln die verfügbaren Quoten (je nach Buchmacher) die Ergebniswahrscheinlichkeit eines Ereignisses wider. Daher denken viele, dass ein Wettender kompetent ist, wenn er regelmäßig die Abschlussquote (die letzte ausgegebene Quote vor dem Start eines Ereignisses) schlägt.

Warum benötigen erfolgreiche Wettende mehr als Glück und Können

Neben Glück und Können gibt es aber noch weitere Dinge, die angeben, ob ein Wettender auf lange Sicht erfolgreich ist oder nicht. Diese reichen von technischen Aspekten (wie Bankroll-Management) bis zur Bereitschaft, hart zu lernen und zu arbeiten.

Informationen sind ein wesentlicher Teil des Wettens. Wenn Sie die richtige Art an Information auftreiben, bevor dies andere tun, und dann schnell genug reagieren, kann dies der Schlüssel zum Erfolg sein. Falls Sie jedoch zu langsam reagieren oder Ihre Wette auf falschen Informationen beruht, kann es teuer für Sie werden.

Also sollten Wettende auch die Psychologie des Wettens einbeziehen. Sei es das Verstehen der Auswirkungen, die bestimmte Verhaltensmuster auf die Entscheidungsfindung haben können, oder die Auseinandersetzung mit den benötigten Attributen, um die Fallstricke beim Wetten zu umgehen – wenn Sie die Buchmacher regelmäßig schlagen möchten, müssen Sie sich auf einen kontinuierlichen Lernprozess einstellen.

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