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Jun 5, 2018
Jun 5, 2018

Wie effizient ist der Wettmarkt für ATP-Tennis?

Warum basieren Quoten unter Umständen auf Voreingenommenheiten?

Test der Quoten bei Pinnacle auf Effizienz

Gibt es beim Wettmarkt für ATP-Tennis Voreingenommenheiten hinsichtlich Favoriten und Außenseitern?

Wetten auf ATP-Tennis

Wie effizient ist der Wettmarkt für ATP-Tennis?

Wenn ein Wettmarkt ineffizient ist, können informierte Wettende bedeutende Gewinne erzielen. In diesem Artikel untersuchen wir die Effizienz schwacher Form bei den Quoten für Sieger bei ATP-Matches von 2007 bis April 2018.

Die Markteffizienzhypothese, die zunächst im Zusammenhang mit Finanzmärkten diskutiert wurde, beschreibt einen effizienten Markt als einen Markt, bei dem die Zahlen sämtliche verfügbaren Informationen widerspiegeln. Wenn ein Wettmarkt effizient ist, spiegeln die Quoten echte Wahrscheinlichkeiten wider, es gibt keine systematischen Voreingenommenheiten in Quoten und im Durchschnitt lässt sich mit einfachen Wettstrategien normalerweise langfristig kein signifikanter Profit erzielen.

Warum basieren Quoten unter Umständen auf Voreingenommenheiten?

Um besser zu verstehen, wie und warum Voreingenommenheiten bei Quoten vorliegen können, müssen Sie berücksichtigen, wie Buchmacher Quoten festlegen und anpassen. Wenn Buchmacher gut darin sind, Prognosen zu erstellen, können sie präzise Quoten festlegen, die echte Gewinnwahrscheinlichkeiten widerspiegeln (der Zusammenhang zwischen Quoten und Wahrscheinlichkeiten wird im Pinnacle-Artikel Wofür stehen Quoten? gut erklärt).

Dadurch erzielt der Buchmacher langfristig einen Gewinn, sofern er immer eine Marge hinzufügt. Wenn Buchmacher vorhersagen können, worauf Wettende setzen werden, können sie unpräzise Quoten festlegen oder ihre Prognosen so anpassen, dass sie die Voreingenommenheit der Wettenden für sich nutzen, um einen noch höheren Profit zu erzielen. Sofern Buchmacher nicht herausragende Prognostiker sind, können Quoten von Zeit zu Zeit voreingenommen sein.

Test der Quoten bei Pinnacle auf Effizienz

Zum Test der Quoteneffizienz im ATP-Tennismarkt habe ich die Schlussquoten von Pinnacle ohne Abzug der Marge verwendet. Die Marge habe ich deshalb nicht abgezogen, da niemand wissen kann, wie der Buchmacher die Marge zwischen den Gewinnquoten für die beiden Spieler angesiedelt hat.

Wenn ein Buchmacher z. B. Siegquoten von 1,80 und 2,15 für ein Match anbietet, können wir nicht wissen, ob die Marge von 2 % komplett in der Favoritenquote (faire Quoren von 1,87 und 2,15) oder der Außenseiterquote (1,80, 2,25) liegt oder ob sie zwischen den beiden Quoten aufgeteilt wurde (1,83, 2,2).

Das Diagramm unten zeigt die Quotenkalibrierung bei Pinnacle für jedes Zehntel-Segment implizierter Wahrscheinlichkeit. Ein Beispiel: Die durchschnittliche implizierte Gewinnwahrscheinlichkeit für die 2.915 Spieler mit Quoten von 1,11 oder weniger (Bereich von 91 bis 100 %) betrug 94,3 %. 2.713 dieser Spieler gewannen, was einem Sieg-Prozentwert von 93,4 % entspricht.

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Wie wir sehen können, übersteigt der Sieg-Prozentwert die Erwartung in keinem Bereich der implizierten Wahrscheinlichkeit. Dies würden wir in einem effizienten Markt erwarten, wobei die Differenz durch die Marge zustande kommt.

Die Quoten von Pinnacle scheinen ausgezeichnete kalibriert zu sein. Eine einfache Regression [Durchschnittliche erwartete implizierte Wahrscheinlichkeit = Koeffizient x ATP-Sieg in %] bestätigt die Stärke des linearen Zusammenhangs zwischen erwarteten und tatsächlichen Sieg-Prozentwerten, was einen Koeffizienten von 0,994 und R im Quadrat von 0,999 ergibt.

In einem effizienten Markt müsste der Koeffizient gleich 1 sein. Der Bereich, in dem der Sieg-Prozentwert am dichtesten bei der Erwartung lag, war bei einer implizierten Wahrscheinlichkeit von 70–80 % bzw. wenn die Quoten zwischen 1,25 und 1,43 lagen. Spieler in diesem Bereich gewonnen 74,4 % der Matches. Erwartungsgemäß hätten sie 74,7 % gewinnen müssen.

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Während die Quoten von Pinnacle statistisch gesehen gut kalibriert sind, besteht der endgültige Test der Effizienz darin, ob beliebige einfache quotenbasierte Wettstrategie zu einem positiven Resultat für den Wettenden führen können. Die Tabelle unten zeigt die Resultate für die einfachste Strategie, einen festen Einsatz auf sämtliche Spieler in jedem Bereich implizierter Wahrscheinlichkeit.

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In den vergangenen 12 Jahren hat sich der Bereich von 71–80 % mit einem Resultat von –0,4 % für eine Strategie mit festem Einsatz für Wettende als attraktivstes Segment erwiesen. Da es kein Segment implizierter Wahrscheinlichkeit gibt, in dem Wettende ein positives Resultat erzielt hätten, können wir schlussfolgern, dass dieser Markt sowohl statistisch als auch ökonomisch effizient ist.

Gibt es beim Wettmarkt für ATP-Tennis Voreingenommenheiten hinsichtlich Favoriten und Außenseitern?

Eine der am besten dokumentierten Ineffizienzen bei Sportwetten-Märkten ist die Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter, die bei vielen Sportarten wie Fußball, Pferderennen und Tennis zu beobachten ist. Die Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter ist eine Quoten-Ineffizienz, bei der Favoriten häufiger gewinnen, als die implizierte Wahrscheinlichkeit erwarten lässt, und Außenseiter seltener.

In der Tabelle unten können wir sehen, dass der Unterschied zwischen den Prozentwerten für erwartete und tatsächliche Siege einigermaßen konstant ist, folglich liegt vermutlich keine Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter vor.

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Frühere Analysen zeigen, dass geringere Gewinne bei festen Einsätzen zu höheren Quoten ein Hinweis auf Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter sind, unter bestimmten Voraussetzungen ist dies jedoch zu erwarten. Gehen Sie von einem Markt aus, bei dem der Buchmacher die Siegchance von Spieler A präzise mit 5 % festlegt. Die Siegchance von Spieler B entspricht folglich 95 %.

Faire Quoten (ohne Marge) lägen hier bei 20,00 bzw. 1,053. Wenn der Buchmacher eine Marge von 2 % erzielen möchte und sie zu gleichen Teilen auf die beiden Spieler anwendet, lägen die angebotenen Quoten bei 16,67 und 1,042 (implizierte Wahrscheinlichkeit von 6 % bzw. 96 %). Die erwartete Rendite für eine Wette in Höhe von 1 Einheit auf jeden Spieler ist:

Erwartete Rendite = [Sieg in % x Profit bei Sieg] – [Niederlage in % x Wetteinheit] 

Erwartete Rendite für den Favoriten = 0,95 x (1 x (1,042 – 1)) - 0,05 x 1

= - 1.042%

Erwartete Rendite für den Außenseiter = 0,05 x (1 x (16,67 - 1)) - 0,95 x 1

= -16,67 %                                  

Dieses Beispiel zeigt, dass mit einem festen Einsatzbetrag und einer gleichmäßig verteilten Quote ein Wettender bei höheren Quoten mit höheren Verlusten rechnen muss. Tatsächlich gilt dies auch für eine Strategie für einen Einsatz, der zum Gewinn von 1 Einheit führen soll. Folglich können niedrigere Renditen bei höheren Quoten nicht zwangsläufig als Beweis für eine Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter verwendet werden.

Wenn die Marge gleichmäßig zwischen den Spielern aufgeteilt ist, entspricht dies der Erwartung. Wenn wir die Mitte jedes Zehntel-Segments nehmen und die gleichmäßig verteilte Marge anpassen, ergeben sich bei einer Strategie mit festem Einsatz die in der Tabelle unten gezeigten Renditen.

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Wie wir sehen können, steigt unabhängig von der Marge die erwartete Rendite mit der echten Wahrscheinlichkeit (bzw. wenn die Quoten niedriger werden). Um zu ermitteln, ob die Tennisquoten bei Pinnacle eine Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter aufweisen, müssen wir die Renditen mit diesem Erwartungsplan vergleichen.

Bei einer Marge von 2,5 % (der geschätzten durchschnittlichen Marge bei Pinnacle für ATP-Matches) ergeben sich bei einem festen Einsatz die in der Tabelle unten gezeigten Renditen. In einem Markt ohne Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit und Außenseiter würden sich die Renditen nicht von der Erwartung bei anderen Quoten unterscheiden.

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Die theoretischen Renditen scheinen sich nahe bei der Erwartung zu befinden, wobei die Verluste bei höheren Quoten deutlich höher sind. Auch wenn die Renditen in einigen Bereichen die Erwartungen übertreffen, gibt es kein Segment implizierter Wahrscheinlichkeit, in dem Wettende ein positives Resultat erzielt hätten. Entsprechend können wir schlussfolgern, dass die Schlussquoten für ATP-Tennis bei Pinnacle keine statistischen oder ökonomischen Hinweise auf eine Voreingenommenheit hinsichtlich Favorit oder Außenseiter liefern.

Wetten auf ATP-Tennis

Auch wenn die Schlussquoten von Pinnacle für ATP-Tennis im Schnitt extrem effizient sind, besteht für informierte Wettende dennoch das Potenzial, mit Wetten auf diesen Markt einen Gewinn zu erzielen.

Quoten können sich vor Beginn eines Matches gravierend verschieben und wenn es einem Wettenden gelingt fortlaufend die Schlussquote zu schlagen, kann er angesichts der niedrigen Marge von Pinnacle einen Gewinn erzielen.

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Wettressourcen – Für bessere Wetten

Die Wettressourcen von Pinnacle sind eine der umfangreichsten Sammlungen von Expertenratschlägen zum Thema Wetten im Internet. Sie richten sich an alle Erfahrungslevel mit dem Ziel, den Wettenden wertvolles Wissen zu vermitteln.