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Aug 31, 2018
Aug 31, 2018

Müdigkeit bei Grand-Slam-Turnieren – eine Analyse

Die Matchdauer als Faktor bei Tennis-Wetten

Wie lange stehen die besten Spieler durchschnittlich auf dem Platz?

Sollten Wettende die auf dem Court verbrachte Zeit berücksichtigen?

Müdigkeit bei Grand-Slam-Turnieren – eine Analyse

Grand-Slam-Turniere stellen die physischen Reserven der Spieler wie kein anderes Ereignis der ATP-Tour auf die Probe. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob Wettende durch die Analyse der vorherigen Gesamtspieldauer einen Vorteil beim Wetten auf Tennismatches erreichen können.

Die Matchdauer als Faktor bei Tennis-Wetten

Es wurde schon häufig diskutiert, dass in fünf Sätzen ausgetragene Tennismatches den ultimativen Leistungstest für männliche Spieler darstellen – und dass Spitzenspieler alles tun sollten, um in frühen Runden lange Matches gegen eigentlich schwächere Gegner zu vermeiden.

Leser mit einem guten Gedächtnis erinnern sich jetzt vielleicht an Andy Murray bei den French Open 2014. Als der Schotte gegen Gael Monfils die ersten beiden Sätze mit 6:4 und 6:1 gewonnen hatte, sah alles nach einem leichten Sieg für ihn aus. Rätselhafterweise kam Monfils aber noch zurück und gewann den dritten und den vierten Satz, bevor Murray dann den fünften mit 6:0 für sich entschied.

Was also nach einem Routinesieg ausgesehen hatte, wurde zu einer 195-minütigen Schlacht, und obwohl diese Begegnung damit wahrlich nicht das längste Grand-Slam-Match der letzten Jahre war, hätte dies vermieden werden können, zumal sich Murray schon in der 3. Runde des Turniers einen 247-minütigen epischen Kampf gegen Philipp Kohlschreiber geleistet und erst im fünften Satz mit 12:10 gewonnen hatte.

Die Wirkung dieser „angesammelten“ Erschöpfung auf Murrays Erfolg sollte nicht unterschätzt werden. Ein Halbfinale im French Open gegen Rafael Nadal ist immer eine der schwersten Herausforderungen, die der Tennissport zu bieten hat, erst recht nach mehreren langen Matches gegen schwächere Gegner, und Murray gewann nach seinem Sieg gegen Monfils gerade einmal sechs Spiele und schied glatt in drei Sätzen aus, wofür der „Sandplatz-König“ Nadal nur 100 Minuten benötigte.

Wie lange stehen die besten Spieler durchschnittlich auf dem Platz?

Wenn wir die besten männlichen Tennisspieler der letzten drei Jahre betrachten, um herauszufinden, wer vor den letzten Runden großer Turniere am meisten „Energie gespart“ hat, dann steht ein Name einsam an der Spitze – Roger Federer.

Wie Sie an der Tabelle unten sehen, benötigte die Schweizer Legende – wahrscheinlich, weil Federer nicht nur die Auswirkung längerer Matches auf seinen nicht mehr ganz jungen Körper bedenkt, sondern weil auch sein Spielstil geeignet ist, die Matches kurz zu halten – im Durchschnitt 70 Minuten weniger als der Zweitplatzierte dieser Liste, Marin Cilic, um ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers vorzudringen.

Durchschnittliche Matchzeit der besten Spieler in Minuten

Spieler VF ab 2016 Minuten Minuten (durchschnittlich)
Federer 7 3130 447.1
Cilic 5 2589 517.8
Djokovic 7 3643 520.4
Querrey 3 1619 539.7
Murray 6 3375 562.5
Thiem 3 1691 563.7
Nadal 6 3410 568.3
Del Potro 4 2288 572.0
Berdych 5 2922 584.4
Nishikori 4 2382 595.5
Tsonga 3 1798 599.3
Raonic 5 3009 601.8
Wawrinka 4 2530 632.5

In der Tat schaffte Federer es seit 2016 viermal in zehn Turnieren, mit der insgesamt kürzesten Matchdauer das Viertelfinale zu erreichen, was auch Cilic und Djokovic zweimal gelang. Somit scheint dieses Trio seiner Konkurrenz etwas voraus zu haben, wenn es darum geht, Matches gegen schwächere Gegner nicht zu lang werden zu lassen. Djokovic war es auch, der bei einem einzelnen Turnier am wenigsten Zeit in den ersten Runden verbrachte – mit nur 312 Minuten bei den US Open 2016.

Im Durchschnitt benötigten die Spieler in diesem Drei-Jahres-Zeitraum 569,23 Minuten, um in Viertelfinal-Matches von Grand-Slam-Turnieren einzuziehen. Somit ist evident, dass Spieler wie Milos Raonic und Stan Wawrinka sogar noch deutlich länger brauchten, um diese Runde zu erreichen.

Ebenfalls zu beachten ist, dass drei Spieler – Albert Ramos (755 Minuten, French Open 2016), Mischa Zverev (763 Minuten, Australian Open 2016) und Lucas Pouille (786 Minuten, US Open 2016) –mehr als 750 Minuten benötigten, um das jeweilige Viertelfinale zu erreichen, und diese Spieler in dieser Runde keinen einzigen Satz für sich entschieden. Nicht einmal eine Handicap-Wette auf einen dieser Spieler war zu gewinnen.

Sollten Wettende die auf dem Court verbrachte Zeit berücksichtigen?

Insgesamt gab es in den letzten drei Jahren in Grand-Slam-Turnieren 77 Matches, anhand derer untersucht werden konnte, welcher der beiden Kontrahenten weniger Minuten für den Einzug unter die letzten Acht gebraucht hatte als sein Viertelfinal-, Halbfinal- oder Finalgegner. 48 von 76 und damit 63,16 % der Wetten auf diese „besser erholten“ Spieler (nur 76 statt 77, weil Andy Murray und Milos Raonic vor ihrem Aufeinandertreffen gleich viele Minuten gebraucht hatten) wären gewonnen worden, und mit einem hypothetischen Einsatz von 100 € auf diese Spieler hätten sich ein Gewinn von 281 € und eine Investitionsrendite von 3,7 % ergeben.

Da es sich hier um eine kleine Stichprobe handelt, liegt der Gedanke nahe, anhand einer größeren Probe zu prüfen, ob der Markt diesen Faktor vielleicht nicht genug einbezieht. Aber die 11 Spieler, die über vier Stunden weniger als ihre Gegner gespielt hatten, erbrachten auch bei einer kleinen Probe hervorragende Ergebnisse, z. B. eine Investitionsrendite von 10,45 %. Diese Spieler sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Analyse der Spieler mit mindestens vier Stunden kürzerer Matchdauer

Turnier

Jahr

Runde

Spieler 1

Spieldauer

Spieler 2

Spieldauer

Differenz

Quote Spieler 1

Einsatz Spieler 1

Sieg/Niederlage Spieler 1

Gewinn/Verlust Spieler 1

Durchschnittlicher Gewinn/Verlust Spieler 1

Durchschnittliche Investitionsrendite Spieler 1

US Open

2016

F

Djokovic

549

Wawrinka

1095

-546

1,35

100

N

-100

-100

-100,00

Australian Open

2018

F

Federer

666

Cilic

1031

-365

1,25

100

S

25

-75

-37.50

US Open

2016

VF

Djokovic

312

Tsonga

654

-342

1,16

100

S

16

-59

-19.67

Wimbledon

2018

F

Djokovic

953

Anderson

1279

-326

1,21

100

S

21

-38

-9.50

French Open

2016

F

Djokovic

765

Murray

1089

-324

1,35

100

S

35

-3

-0,60

Australian Open

2017

F

Federer

834

Nadal

1157

-323

2,25

100

S

125

122

20.33

French Open

2017

F

Nadal

616

Wawrinka

939

-323

1,21

100

S

21

143

20.43

US Open

2016

VF

Monfils

482

Pouille

786

-304

1.24

100

S

24

167

20.88

Wimbledon

2017

VF

Cilic

492

Müller

778

-286

1.23

100

S

23

190

21.11

Wimbledon

2017

F

Federer

612

Cilic

885

-273

1,25

100

S

25

215

21.50

Wimbledon

2018

VF

Federer

377

Anderson

626

-249

1,08

100

N

-100

115

10.45

Hoffentlich haben unsere Leser jetzt den einen oder anderen Denkanstoß für weitere Analysen erhalten! Der Start der US Open bietet wahrscheinlich einige Gelegenheiten, auf Matches mit erschöpften Spielern zu wetten.

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