Mai 13, 2020
Mai 13, 2020

Wie wird die Austragung hinter verschlossenen Türen die Fußballspiele beeinträchtigen?

Heimvorteil hinter verschlossenen Türen

Heimvorteil-Faktoren

Probleme und Möglichkeiten

Wie wird die Austragung hinter verschlossenen Türen die Fußballspiele beeinträchtigen?

Vor dem Hintergrund, dass Spiele hinter verschlossenen Türen stattfinden werden, untersuchen Wettende, wie sich der Mangel an Zuschauern auf den Markt auswirken wird. Wie wird sich das Spielen hinter verschlossenen Türen auf die Fußballspiele auswirken? Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.

eimvorteil hinter verschlossenen Türen

Vorrangig werden Wettende höchstwahrscheinlich das Konzept des Heimvorteils für Spiele hinter verschlossenen Türen berücksichtigen.

Ich habe bereits über den Heimvorteil von Heimmannschaften bei Fußballspielen geschrieben, die von einem Vorteil von 0,25 bis 0,5 Toren profitieren. Die Schlussquoten von Pinnacle deuten auf einen Heimsiegprozentsatz von etwa 45% unter den fünf Erstligisten Europas hin.

Die große Frage ist: Wie hoch ist der Beitrag der Zuschauer zu diesem Heimvorteil?

Heimvorteil-Faktoren

In meinem vorhergehendem Artikel zum Heimvorteil habe ich die Möglichkeiten dessen in kleinere Aspekte aufgespalten und analysiert. Und zwar dahingehend, wie das Fußballspielen hinter verschlossenen Türen all diese Aspekte beeinflusst und deren Wirkung isoliert betrachtet könnte.

Publikum und Schiedsrichterentscheidungen

Einer meiner vorhergehenden Artikel erläuterte, dass VAR-Daten die potenzielle Auswirkung eines Heimpublikums auf Schiedsrichterentscheidungen aufzeigen könnten.

Theoretisch sollten VAR-Daten objektiv und nicht durch Publikumsgeräusche beeinflussbar sein. Damit könnte jegliches Sinken der Quote der Elfmeter zwischen Heim- und Auswärtsspielen darauf hindeuten, dass im Beisein des Heimpublikums tatsächlich andere Entscheidungen getroffen werden.

Darüber hinaus ist der Einfluss von Publikum auf das Treffen von offiziellen Entscheidungen wissenschaftlich erwiesen.

In einer Studie wurden 40 Schiedsrichter gebeten, eine Aufzeichnung eines Spiels zwischen Liverpool und Leicester der Fußballsaison 1998-99 in Anfield zu entscheiden. Zwanzig von ihnen schauten sich das Spiel mit den Publikumsgeräuschen an, die anderen zwanzig Studienteilnehmer sahen eine stumme Version.

Die den Publikumsgeräuschen ausgesetzten Schiedsrichter bestraften die Heimmannschaft weniger als jene, die das Spiel in der stummen Version schauten. Dies spiegelt sich auch in der Analyse der Auswirkungen von VAR auf an die Heimmannschaft vergebene Elfmeter wider.

Natürlich ist dies der Bereich, in dem wir bei Spielen ohne Zuschauer die größten Auswirkungen erwarten würden.

Vertrautheit und Territorialität

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Vertrautheit einer Mannschaft mit dem Austragungsort zum Heimvorteil beiträgt. Dieser Zusammenhang wurde als mögliche instinktive Leistungsverbesserung beschrieben, da das Auswärtsteam mit Eindringlingen in das eigene Gebiet vergleichbar ist.

Eine Studie fand heraus, dass Heimmannschaften höhere Testosteronspiegel aufweisen,und ergänzt damit frühere Erkenntnisse zu Hormonspiegeln, Heimvorteil und Territorialität.

Andere Faktoren, die zum Heimvorteil beitragen könnten, sind die Vertrautheit mit dem Stadion und den Feldabmessungen, welche insbesondere im Major League Baseball überzeugende Argumente darstellen.

Diese Faktoren bestehen unabhängig von der Präsenz der heimischen Fans und legen damit nahe, dass der Heimvorteil auch hinter verschlossenen Türen bestehen bleibt.

Anreise

Die Auswirkung der Anreise ist ein logischer Faktor hinter dem Heimvorteil, welcher jedoch nicht beeinträchtigt wäre, wenn die Spiele auch normalerweise hinter verschlossenen Türen stattfinden würden. Trotzdem würde es sich dennoch lohnen, dies weiter zu beobachten, wenn die Spielorte zu einem bestimmten Grad angepasst werden würden.

Heimvorteil bei Spielen hinter verschlossenen Türen

Es gibt tatsächlich einige Beispiele aus jüngerer Zeit, in denen vor der Aussetzung des Fußballs Spiele hinter verschlossenen Türen stattfanden. Zuletzt wurden Spiele der Europa League, Champions League und Serie A ohne Fans im Stadion ausgetragen.

Das Problem der isolierten Betrachtung des Heimvorteil-Effekts bei diesen Spielen besteht darin, dass die Zahl der analysierbaren Spiele sehr klein ist und der durch andere Faktoren wie die Hinspielergebnisse, Matchups und Aufstellungen entstehende Effekt dahingegen erheblich ist.

Als Beispiel einiger der in dieser Saison der Serie A aufgetretenen Schwierigkeiten war, dass der von Pinnacles Quoten implizierte Heimvorteil-Prozentsatz für einige Heimmannschaften tatsächlich höher war, was vollkommen widersinnig erscheint. Ein Blick auf den Tabellenstand der an diesen Spielen teilnehmenden Mannschaften gibt einen Hinweis darauf, warum dies so sein könnte:

Spiel

Tabellenstand Heimmannschaft

Tabellenstand Auswärtsteam

Juventus vs Inter Milan

1

3

Sassuolo vs Brescia

11

20

Milan vs Genoa

7

17

Parma vs Spal

9

19

Wie Sie sehen können, wurden die Spieltage hinter verschlossenen Türen zur Eindämmung ausgetragen, wobei sämtliche Auswärtsteams der Heimmannschaft unterlagen. Dazu gehörten die Mannschaften mit den niedrigsten Plätzen der Auswärtsspiele in der Liga.

Es ist praktisch unmöglich, daraus viele Schlussfolgerungen zu ziehen, da der Vergleich des implizierten Heimsiegvorteilsprozentsatzes mit dem Durchschnitt der Serie-A-Saison vollkommen irreführend wäre.

Anfangs- und Schlussquote: Der Versuch, mehr zu sehen

Eine Möglichkeit, um eine solche Schwierigkeit umgehen zu können, ist die Verwendung der Anfangs- und Schlussquoten für Spieltage, an denen die Austragung mit Fans im Stadion geplant war, die dann allerdings ohne sie stattfanden. Dadurch können wir sehen, inwiefern sich die Quoten ändern, wenn der Heimvorteil möglicherweise reduziert wird.

Glücklicherweise gibt es eine Reihe solcher Spiele. Vier Europa-League-Runden mit 16 Hinspielen wurden als Spiele mit Zuschauern geplant und dann kurz vor der Austragung in Spiele hinter verschlossenen Türen umgewandelt.

Spiel

Implizierte Anfangsquote

Implizierte Schlussquote

Unterschied hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit eines Heimsieges

Olympiacos vs Wolves

38,61%

33,78%

4,83%

Wolfsburg vs Shakhtar Donetsk

47,17%

57,45%

10,28%

Eintrackt Frankfurt vs Basel

61,39%

59,59%

-1,80%

LASK vs Mancheter United

26,74%

21,10%

-5,64%

Wie Sie sehen können, war die implizierte Siegwahrscheinlichkeit der Heimmannschaft zu Beginn des Spiels gesunken. Im Spiel zwischen Wolfsburg und Shakhtar Donetsk gab es jedoch trotz der fehlenden Fans eine bedeutende Veränderung hin zur Heimmannschaft.

Ein Faktor, der dazu beigetragen haben könnte, war die unterbesetzte Shakhtar-Seite aufgrund der Verletzungen von Stepanenko and Tite, zwei der besseren Spieler der Mannschaft. Wolfsburg zeigte sich außerdem mit einem Team, das besser als erwartet spielte.

Dies verdeutlicht das große und möglicherweise unüberwindbare Problem hinsichtlich der hier verwendeten Daten. Sofern Aufstellungsveränderungen oder andere Faktoren die Heimmannschaft begünstigen und dabei jeglichen potenziellen Verlust des Heimvorteils zunichte machen, stellt sich die Frage: Wie können wir diesen Wandel dem Auswärtsteam zum Verlust des Heimvorteils zuordnen?

Sind die Quoten bei Spielen hinter verschlossenen Türen effizient?

Das andere Problem in Bezug auf den Versuch, sich die Spiele auf diese Art anzuschauen, besteht dahingehend, dass wir grundlegend von der Effizienz der Quoten ausgehen. Wenn die Quoten etwa im Fall der Europa-League-Spiele effizient wären, dann wäre die Wahrscheinlichkeit der Austragung des Spiels hinter verschlossenen Türen bereits in gewissem Maße einberechnet worden.

Es gab Situationen, in denen Quoten aufgrund von besonderen Umständen und mangelnden Informationen nicht unbedingt die von ihnen vermittelten Wahrscheinlichkeiten reflektiert haben. Nun ist es sicherlich fraglich, ob es sich hierbei um einen besonderen Umstand handelt.

Die Tatsache, dass alle Heimmannschaften in diesen europäischen Spielen nicht gewinnen konnten - einschließlich Frankfurt, das überraschend von Basel geschlagen wurde -, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Quoten bereits vor diesen Spielen nicht effizient waren. Dennoch ist die Größe der untersuchten Spiele viel zu klein, um auch nur annähernd eine sichere Schlussfolgerung ziehen zu können.

Probleme und Möglichkeiten

Auch wenn es enttäuschend ist, die Auswirkung der Austragung eines Spiels hinter verschlossenen Türen auf den Heimvorteil als Faktor isoliert zu betrachten, sollte genau diese Tatsache eigentlich positiv für Wettende sein.

Wir wissen aus den Studien zu den von heimischem Publikum beeinflussten Schiedsrichtern, dass der Heimvorteil minimiert werden sollte. Was jedoch schwierig separat zu erkennen ist, ist, in welchem Ausmaß dies auftritt.

Da es schwierig ist, den Effekt des Heimvorteils in die Quoten einzuberechnen, könnte für Wettende die Möglichkeit bestehen, sich Vorteile zu sichern, bevor der Markt im Hinblick auf den Heimvorteil die Effizienz wiederentdeckt. In der Zwischenzeit könnte es sich lohnen, diesen Bereich genauer zu betrachten.

Lesen Sie weitere Artikel zu Fußballwetten, bevor Sie die Fußball-Wettquotenvon Pinnacle anwenden.

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