Feb 11, 2013
Feb 11, 2013

Strategie für Live-Fußball-Wetten

Strategie für Live-Fußball-Wetten
Der Standard beim Wetten wandelt sich immer mehr von Vorab- zu Live-Wetten. Wie stark hat sich jedoch die Denkart der Wettenden daran angepasst, und wissen sie, wo sie bei Live-Fußball-Wetten profitable Gelegenheiten finden?

Das Grundprinzip für lukrative Live-Fußball-Wetten entspricht dem bei jeder Form der Spekulation: Wettende müssen die Schwächen des Marktes nutzen. Dies bedeutet, dass sie berechnen müssen, wann die Quoten nicht der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit entsprechen. Bei Live-Märkten gibt es bestimmte Bereiche, in denen Wettende nach diesen Schwächen suchen – und sie nutzen – sollten.

Seltenheit und Zufall – Ein Tor kann innerhalb von Sekunden fallen

Fußball-Kommentatoren sind bekannt dafür, bedeutungslose Klischees zu wiederholen. Eines der häufigsten, nämlich „Ein Tor kann innerhalb von Sekunden fallen.“ enthält allerdings eine große Portion Wahrheit. Es gibt in jedem Spiel eine Vielzahl möglicher Tore, wodurch Live-Fußball-Wetten für Wettende äußerst interessant sind.

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Im Verhältnis dazu ist die tatsächliche Anzahl der erzielten Tore jedoch sehr gering. Tore sind selten. Und Tore sind – aus einer statistischen Perspektive – zufällig, da sie nicht in Clustern auftreten. Ein Tor löst also nicht zwangsläufig weitere Tore aus. Wie kann man also etwas vorhersagen, das sowohl zufällig als auch selten ist?

Profi-Wettende und Buchmacher nutzen eine Vielzahl von Statistikmodellen, die die Torverteilung vorhersagen sollen. Grundsätzlich muss jedoch gesagt werden, dass Fußball von Menschen gespielt und trainiert wird, die ausgeprägte Tendenzen aufweisen können. Die Aufgabe des Wettenden besteht darin, die Auswirkung dieser Tendenzen zu verstehen und zu quantifizieren und zu erkennen, wann die vom Markt erwarteten Ergebnisse diese Auswirkungen nicht korrekt widerspiegeln. Beginnen wir zunächst auf einer ganz allgemeinen Ebene, indem wir uns die Torverteilung in der letzten Premier League-Saison über sechs Zeiträume von jeweils 15 Minuten ansehen. Diese Daten sind im Internet frei verfügbar.

Torverteilung – Wann sind Tore am wahrscheinlichsten?

Diagramm 1 zeigt, dass bei fortgeschrittener Spieldauer häufiger Tore fallen, wobei der Zeitraum vor der Halbzeit einen kleinen vorläufigen Höhepunkt darstellt.

Die Wahrscheinlichkeit eines Tors im letzten Sechstel des Spiels ist fast doppelt so hoch wie jene in den ersten 15 Minuten des Spiels.

Diese Daten stellen das Gesamtbild aus der Premier League dar, wenn man jedoch die Eigenarten und unterschiedlichen Ansätze verschiedener Teams und ihrer Spieler und Trainer betrachtet, kann das Bild ganz anders aussehen.

Sehen wir uns dieselben Daten für Reading (ausgewertet bis zum 11. Februar 2013) in Diagramm 2 an. In den letzten 15 Minuten der Spiele erzielte die Mannschaft dreimal so viele Tore wie in den ersten 15 Minuten und mehr als viermal so viele wie im Zeitraum zwischen der 46. und 60. Minute. Bei Live-Wetten ist es unerlässlich, über solche Informationen zu verfügen, denn sie zeigen, dass der Spielverlauf bei Reading sich deutlich von jenem des „Durchschnittsteams“ unterscheidet.

Dies kann dich in zwei Weisen beeinflussen. Wenn du in dieser Saison hauptsächlich Spiele von Reading gesehen hast, könntest du die Anzahl der Tore zu hoch einschätzen, die Mannschaften gegen Ende einer Begegnung erzielen. Du hast Reading überhaupt nicht spielen sehen? Dann unterschätzt du vielleicht die Chancen des Teams, in letzter Minute einen Sieg- oder Ausgleichstreffer zu erzielen.

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Es ist wichtig, die genaue Ursache hierfür zu ermitteln. So wurden z. B. die Leistungen von Adam Le Fondre nach dessen Einwechslung häufig extrem hervorgehoben, dies gilt jedoch tatsächlich nur für zwei Spiele. Reading hat in den letzten 15 Minuten nur ein Tor mehr geschossen, als es kassiert hat (14 zu 13). Die verzerrte Sichtweise, die in den Medien zu finden ist, verdient einen kompletten weiteren Artikel.

Im weiteren Verlauf der Saison kann die Torverteilung von Reading durchaus in Richtung der saisonübergreifenden Häufigkeiten tendieren (und damit auf den Mittelwert zurückfallen), aber sie bietet noch immer eine lohnenswerte Gelegenheit, wenn du ermitteln kannst, was die Ursachen dafür sind. Handelt es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen oder steckt etwas Bedeutenderes dahinter?

Die Torverteilung ist ein hilfreicher Maßstab, diese breiten Daten spiegeln allerdings eine Vielzahl von Tor-auslösenden Ereignissen wider, die Überlegenheit und Spielintensität messen und die genauer untersucht werden sollten.

Spielintensität – Ein Spiel hat zwei Hälften

Bei einem laufenden Spiel haben die Wettenden Zugriff auf eine Vielzahl an frei verfügbaren Daten: Prozentwerte für Ballbesitz, Schüsse (aufs Tor und am Tor vorbei) oder Ecken. All diese Daten weisen darauf hin, dass Tore in der Luft liegen können, und helfen dabei, die Spielintensität zu definieren. Wenn du diese Daten überwachst, kannst du gut einschätzen, wer vorne liegt. Da sie aber kein Geheimnis darstellen, liegt der Trick darin, sie mit subjektiven Analysen zu kombinieren. Ein kluger Wettender sieht z. B., wo die Quoten eine Mannschaft überbewerten, die in einem nicht durchzuhaltenden Tempo spielt.

Beispiel 1

Beim El Clasico, der vor einiger Zeit stattfand, nämlich beim Halbfinale der Copa del Rey zwischen Real Madrid und Barcelona am 30. Januar im Bernabeu-Stadion konnte Real mit seinem Pressing Barcelona in der ersten Hälfte erfolgreich unter Druck setzen. Allerdings war (zumindest für das geschulte Auge) klar sichtbar, dass die Mannschaft diese Intensität nicht über das gesamte Spiel aufrechterhalten würde können. Es wäre ein Fehler gewesen, bei Live-Wetten das Endergebnis basierend auf den ersten 45 Minuten vorherzusagen.

Beispiel 2

Ein ähnliches Beispiel für irreführende Spielstatistiken bietet das letztjährige Champions League-Finale zwischen Bayern München und Chelsea, das – wenn man lediglich Statistiken zu Ballbesitz und Passspiel berücksichtigt – eine der einseitigsten Begegnungen aller Zeiten war. Die Überlegenheit der Bayern war jedoch nur ein Teil des Gesamtbildes. Das andere wichtige Element war die Taktik von Chelsea, das die Bayern angreifen ließ und auf einen Konter lauerte. Das Team hatte einen Spielplan, dem es folgte, und gewann die Begegnung schließlich im Elfmeterschießen. Wettende, die nur die Spielstatistiken betrachteten, hätten es für Wahnsinn gehalten, auf einen Sieg von Chelsea zu wetten.

Die wichtigste Tatsache im Hinblick auf die Spielintensität ist, dass es sich bei dieser nicht um eine Konstante handelt. Es gibt einige grundlegende Beispiele, bei denen ein ausgeglichener Ballbesitzt durch Elemente wie den Fanrückhalt, Adrenalin oder die Gesamtsituation verzerrt werden kann:

  • Derbys
  • Pokalspiele, insbesondere solche, bei denen Mannschaften aus unterschiedlichen Ligen aufeinandertreffen
  • Relegationsspiele
  • Turniere

Unter solchen Bedingungen kann es clever sein, ein Spiel beim Wetten als zwei separate Hälften (ein weiteres Klischee) zu betrachten. (Pinnacle bietet für alle großen Ligen Quoten für die erste und die zweite Halbzeit an.)

Mit unserer Einführung in die Torverteilung und die Spielintensität kratzen wir nur an der Oberfläche des Themas Live-Fußball-Wetten.

Indem wir einige Konzepte im Zusammenhang mit Live-Fußball-Wetten vorstellen, möchten wir Wettende dazu anregen, darüber nachzudenken, wie sie sich einen Vorteil verschaffen können. Dadurch werden Wettende hoffentlich ermutigt, ihr Wissen weiter zu vertiefen und informiertere Wetten abzugeben.

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Wettressourcen – Für bessere Wetten

Die Wettressourcen von Pinnacle sind eine der umfangreichsten Sammlungen von Expertenratschlägen zum Thema Wetten im Internet. Sie richten sich an alle Erfahrungslevel mit dem Ziel, den Wettenden wertvolles Wissen zu vermitteln.