Mrz 10, 2021
Mrz 10, 2021

Wie oft gewinnen in der UFC die Favoriten?

Wie wird der Favorit für einen UFC-Kampf ermittelt?

Ist es eine gangbare UFC-Wettstrategie, immer auf den Favoriten zu setzen?

Gewinnt der Favorit in bestimmten Divisionen öfter?

Wie oft gewinnt in UFC-Titelkämpfen der Favorit?

Wie oft gewinnen in der UFC die Favoriten?

UFC-Events gehören traditionell zu den Highlights bei MMA-Wetten und bieten Duelle der Besten in vielbeachteten Kämpfen, manche davon um begehrte Titel. Zahlreiche Faktoren können Teilnehmer zu Favoriten oder Außenseitern machen. Wie oft wird der Favorit den Erwartungen gerecht und gewinnt den Kampf?

Wie werden die Favoriten für UFC-Kämpfe ermittelt?

Für jeden Kampf bei jedem UFC-Event bietet Pinnacle einen Money-Line-Markt für den Gewinner des Kampfes. Zur Ermittlung des Favoriten für diesen Markt – und auch, wie hoch derjenige favorisiert wird – gehört oft die Analyse der beiden Kämpfer in verschiedenen Schlüsselkategorien, zum Beispiel die jeweilige Form, der Kampfstil, Divisionsplatzierungen und körperliche Attribute.

Auch externe Faktoren können sich auf die Kampfprognose auswirken, darunter, aber nicht ausschließlich, ein etwaiger Heimvorteil eines Kämpfers, etwaiger Reiseaufwand zum Austragungsort, Verletzungshistorie und weitere kürzliche Veränderungen hinsichtlich Training und Staff des Kontrahenten.

In der für diesen Artikel verwendeten Stichprobengröße (auf die im Folgenden näher eingegangen wird) lag die Siegeswahrscheinlichkeit des Favoriten vor einem UFC-Kampf bei 62,43 %. Das bedeutet, dass von dem Favoriten zumeist mit einer gewissen, wenn auch nicht überwältigenden, Wahrscheinlichkeit erwartet wird, den Kampf zu gewinnen.

Ist es eine gangbare UFC-Wettstrategie, immer auf den Favoriten zu setzen?

Für diesen Artikel wurden die abschließenden Wettquoten von Pinnacle für jeden der 558 Kämpfe der 50 UFC-Events zwischen UFC 245 am 14. Dezember 2019 und der Fight Night 186 am 27. Februar 2021 ausgewertet. Die Favoriten des jeweiligen Kampfes wurden nach ihrer Siegeswahrscheinlichkeit basierend auf den abschließenden Wettquoten gruppiert:

Gewinnraten von Favoriten in UFC-Kämpfen nach Siegeswahrscheinlichkeit

Siegeswahrscheinlichkeit für Favoriten bei abschließenden Wettquoten

Gewinnrate des Favoriten

80+ %

84,62 %

70,00–79,99 %

72,87 %

60,00–69,99 %

64,53 %

50,01–59,99 %

60,55 %

Insgesamt

66,31 %

Wie in der obigen Tabelle dargestellt wurden 370 der 558 UFC-Kämpfe in dieser Zeitspanne vom Favoriten gewonnen, was eine Gewinnrate von 66,31 % bedeutet, oder beinahe genau zwei Drittel. Dabei fällt auf, dass diese Gewinnrate fast 4 % höher liegt als die vom Wettmarkt vorhergesagten 62,43 %.

Das könnte daran liegen, dass die Favoriten weitestgehend die Erwartungen auf Sieg basierend auf den abschließenden Wettquoten erfüllten, mit einer Ausnahme. Favoriten, die mit 59,99 % oder weniger Siegeswahrscheinlichkeit in den Kampf gingen, gewannen 60,55 %, ihrer Kämpfe, also knapp mehr als vom Wettmarkt erwartet.

Insgesamt deuten diese Statistiken darauf hin, dass es eine proportionale Beziehung von der abschließenden Siegeswahrscheinlichkeit eines UFC-Favoriten zum tatsächlichen Sieg im jeweiligen Kampf gibt. Dies ist auch ein Beweis für die Fähigkeit von Pinnacle-Quoten, eine anständige kollektive Einschätzung darüber abzugeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Favorit seinen UFC-Kampf gewinnen wird. Das legt nahe, dass unser Margenrechner ein durchaus sehr nützliches Tool für MMA-Money-Line-Wetten sein könnte.

Die Frage bleibt jedoch, wie genau sich dies in Gewinne und Verluste übersetzen lässt. Angenommen, es wurden 100 UFC-Kämpfe ausgetragen. Davon wurden 66 vom Favoriten gewonnen, und die abschließende Siegeswahrscheinlichkeit des Favoriten lag im Schnitt bei besagten 62,43 % mit einer 3-%-Marge für den Buchmacher. Das bedeutet, dass die abschließenden Quoten des Favoriten bei 1,555 lagen, während die des Außenseiters 2,584 betrugen.

Basierend auf diesen Bedingungen würde je eine 10-€-Wette auf den Favoriten bei allen dieser 100 Kämpfe einen Gesamtgewinn von lediglich 26,30 € erzielen. Daraus lässt sich folgern, dass der Favorit in der UFC zwar starke Gewinnraten hinlegt, aus einer Wettperspektive jedoch vieles dafürspricht, die Kämpfe zu identifizieren, bei denen der Wettmarkt die Siegchancen eines Kämpfers stark unterbewertet hat.

Gewinnen UFC-Favoriten in bestimmten Divisionen öfter?

Die Anwendbarkeit der oben genannten Tabelle wird von der Tatsache widerlegt, dass sie ein großes Spektrum variierender Kämpfer zusammenfasst, die verschiedene Stile anwenden und in verschiedenen Divisionen antreten, was bedeutet, dass derartige Pauschalvergleiche irreführend sein könnten.

In dieser Hinsicht sehen wir im Folgenden dieselben Daten strukturiert nach Gewinnrate des Favoriten für jede UFC-Division:

Gewinnraten von Favoriten in UFC-Kämpfen nach Division

Division

Anzahl der Kämpfe

Gewinnrate des Favoriten

Federgewicht Frauen

3

100,00 %

Fliegengewicht 

27

77,78 %

Bantamgewicht

59

74,58 %

Weltergewicht

60

71,67 %

Strohgewicht Frauen

28

71,43 %

Bantamgewicht Frauen

23

69,57 %

Mittelgewicht

55

69,09 %

Schwergewicht

51

68,63 %

Insgesamt

558

68,31 %

Leichtschwergewicht

40

65,00 %

Leichtgewicht

52

63,46 %

Catchweight

54

61,11 %

Fliegengewicht Frauen

38

60,53 %

Federgewicht

68

60,29 %

Mit Ausnahme der Kämpfe im Federgewicht Frauen (deren Probengröße zu klein war, um für diese Analyse relevant oder nützlich zu sein) verzeichneten die Favoriten die beste Gewinnrate (77,78 %) im Fliegengewicht und die schlechteste (60,29 %) im Federgewicht. Bemerkenswerterweise zählt das Fliegengewicht die geringste Anzahl Champions in den UFC-Gewichtsklassen der Männer (drei), was darauf hindeuten könnte, dass sie zu den am wenigsten umkämpften gehört.

Am meisten fällt jedoch ins Auge, dass die Gewinnraten der Favoriten im Divisionsvergleich extrem variieren. Die Favoriten im Fliegengewicht beispielsweise erzielen eine 15 % höhere Gewinnrate als die Favoriten im Catchweight, Fliegengewicht der Frauen und im Federgewicht.

Dies hat natürlich wichtige Auswirkungen auf die Wettaktivitäten. Wiederholen wir unser voriges hypothetisches Experiment mit 100 Fliegengewichtskämpfen unter der Annahme, dass der Favorit 78 davon gewinnt, liegt unser Gewinn bei weitaus verheißungsvolleren 212,90 €.

Wetten wir andererseits auf 100 Federgewichtskämpfe unter der Annahme, dass der Favorit 60 davon gewinnt, würden wir ganz ohne Gewinn dastehen beziehungsweise einen Verlust von 66 € verbuchen.

Dies bestärkt, dass ein wichtiger Aspekt beim UFC-Wetten ist, die speziellen Dynamiken der Gewichtsklasse des Kampfes und das Überraschungspotenzial zu berücksichtigen. Der Qualitätsunterschied zwischen einem Champion und einem auf Platz 15 rangierenden Kämpfer kann im Divisionsvergleich sehr hoch oder sehr gering ausfallen.

Dazu sollte auch bedacht werden, dass sich ein UFC-Kämpfer in seltenen Fällen zum Wechsel von einer Gewichtsklasse/Division in eine andere entschließen kann, was es einem Buchmacher erschwert, seine Siegchancen in einem Kampf einzuschätzen. Daraus folgt, dass ein Kämpfer vom Wettmarkt stark unter- oder überbewertet in einen Kampf, wenn dieser Markt keine genaue Vorhersage machen kann, wie sich der Kämpfer in der neuen Gewichtsklasse schlagen wird.

Wie oft gewinnt in UFC-Titelkämpfen der Favorit?

Die letzte große Frage in diesem Zusammenhang ist vielleicht, wie oft der Favorit die wichtigsten UFC-Kämpfe überhaupt gewinnt: Titelkämpfe.

Von den 558 analysierten Kämpfen waren 24 Titelkämpfe, von denen der Favorit 20 gewann, bei einer Gewinnrate von 83,33 %. Bei diesen 24 Titelkämpfen gewann der Titelverteidiger 12 der 14 Aufeinandertreffen, wenn er als Favorit ins Rennen ging, während der Herausforderer sich bei acht von zehn Duellen den Gürtel sicherte, wenn er Favorit auf den Sieg war.

In den 50 UFC-Events bis zur Fight Night 186 gewann der Favorit 20 der 24 Titelkämpfe.

Titelkämpfe sollten nach Möglichkeit enge Kämpfe sein, bei denen der Titelverteidiger gegen einen Herausforderer in bestechender Form antritt, der es sich verdient hat, um den Gürtel zu kämpfen. In dieser Hinsicht kann die oben genannten Gewinnrate des Favoriten also durchaus als überraschend hoch bezeichnet werden.

Ein potenzieller Grund dafür ist, dass das derzeitige UFC-Umfeld gleichwohl besonders dominante Champions und stark umkämpfte Divisionen, in denen der Gürtel ständig den Träger wechselt, umfasst. Kämpferinnen und Kämpfer wie Amanda Nunes, Valentina Shevchenko und Kamaru Usman gelten allgemein als die Besten ihrer jeweiligen Division und treten daher bei jedem Kampf hochfavorisiert ins Oktagon.

Andererseits gab es in neun der zwölf UFC-Divisionen seit Anfang 2019 mindestens einen neuen Gürtelträger, was nahelegt, dass ein Triumph eines Herausforderers über einen Titelverteidiger keine absolute Seltenheit ist und das individuelle Prestige eines Kämpfers weniger wert ist.

Insgesamt kann man also damit rechnen, dass Favoriten einen Großteil ihrer UFC-Kämpfe gewinnen, doch der genau Wert hängt davon ab, aus welchem Blickwinkel man die Kämpfe analysiert.

Wie bei vielen anderen Sportarten können auch bei der UFC Statistiken zu Favoriten und ihrer Siegeshäufigkeit die Vorhersagen beeinflussen; sie mindern jedoch nicht die Bedeutung des primären Ziels, und zwar, unter den guten Quoten die sehr guten zu entdecken.

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