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Mai 9, 2018
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Top 10 der besten Boxkämpfe der letzten 20 Jahre

Top 10 der besten Boxkämpfe der letzten 20 Jahre

Pinnacle feiert seinen 20. Geburtstag und möchte mit dieser Reihe auf die größten Momente unserer beliebtesten Sportarten zurückblicken. Hier ist die Top 10 der besten Boxkämpfe der letzten 20 Jahre.

Marco Antonio Barrera gegen Erik Morales, 19. Februar 2000, Mandalay Bay Resort und Casino, Las Vegas

Die Trilogie um Barrera gegen Morales gilt als eine der bekanntesten Kampftrilogien in der Geschichte des Boxens, denn zwei von Mexikos erfolgreichsten Boxern gaben ihr Letztes.

Der erste Kampf am 19. Februar 2000 im Mandalay Bay Resort und Casino von Las Vegas sah „El Terrible“ Morales im Vorteil gegenüber „The baby-faced Assassin“ Barrera mit einer geteilten Entscheidung (Split Decision). Das Punkteurteil lautete 115:112, 114:113 und 113:114. Dieser Kampf wurde später vom Ring Magazine zum Kampf des Jahres 2000 gekürt.

Mit dem Eröffnungsgong bot der Kampf alles, was man sich wünscht. Ununterbrochen wogte das Geschehen hin und her. In jeder Runde bedachten sich beide Gegner mit einer Flut von harten und zielgenauen Treffern. Morales und Barrera kannten kein Erbarmen, sodass es beim Schlussgong fast unmöglich war, die beiden voneinander zu trennen und einen Sieger zu benennen – auch wenn Barrera Morales in der 12. Runde niederschlagen konnte.

Die mexikanischen Krieger boten alles, was zum Boxen gehört, sodass ihre begeisternde Art für die Fans zum unvergesslichen Erlebnis wurde. Danach traf das Duo noch zweimal aufeinander. Barrera gewann seine Revanche, und nachdem er auch die dritte Begegnung für sich entschieden hatte, war er der Gewinner der Trilogie.

Identischer Spirit und unbeirrtes Selbstbewusstsein waren die entscheidenden Zutaten für diese epische Trilogie: Beide waren Natural Born Fighters, die einen der besten Kämpfe und eine der besten Trilogien in der Boxgeschichte ablieferten.

Juan Manuel Marquez gegen Manny Pacquiao I, 8. Mai 2004, MGM Grand, Las Vegas

In einem Kampf, der sich zu einer der größten Trilogien der Boxgeschichte entwickelte, warf Juan Marquez seine WBA- und IBF-Federgewichtstitel gegen Manny Pacquaio in den Ring – um sich dann gerade so über die erste Runde retten zu können.

Vielleicht war ihr vierter Kampf der unvergesslichste, zumindest für Marquez, als der Mexikaner Pacquiao spektakulär mit einer rechten Geraden traf, die den Sensationskämpfer von den Philippinen im Dezember 2012 in der 6. Runde kalt traf. Doch es war ihr erster Kampf, der den Ball ins Rollen brachte.

Marquez ging in den ersten drei Minuten dreimal zu Boden. Stand aber wieder auf und zeigte sein unverwüstliches Kämpferherz. Mit geschickten Konterschlägen irritierte er Pacquiao.

Pacquiao galt zu der Zeit bereits als Megastar, während Marquez im Vergleich zu seinen Landsmännern Erik Morales und Marco Antonio Barrera noch relativ unbekannt war. Marquez hielt zwar den WBA- und IBF-Titel im Federgewicht, aber Pacquiao war in dieser Gewichtsklasse der RING Magazine-Weltmeister und nach seinem vorherigen Kampf gegen Barrera, den er systematisch in 11 Runden eindrucksvoll niedergerungen hatte, auch der lineare Weltmeister.

Mit seinen 25 Jahren war Pacquiao zwar noch ein ungeschliffener Kämpfer, aber stilistisch wie ein Hurrikan, der mit einer brutalen Linken über seine Gegner hinwegfegte. Zu Beginn des Kampfes schlugen beide Boxer aggressive Kombinationen. Marquez landete Treffer, aber recht schnell übernahm Pacquiao das Kommando im Ring, und Mitte der ersten Runde schlug Pacquiao folgerichtig Marquez mit einer linken Geraden zu Boden.

Danach hoben beide Kämpfer zu einer gigantischen Show an. Ohne Unterbrechung wogte nun der Kampf Runde um Runde bis zum Ende hin und her, bevor sich beide beim letzten Glockenschlag nach diesem wahrlich heroischen Aufeinandertreffen umarmten.

Das Ergebnis? Ein heiß diskutiertes Unentschieden.

Diego Corrales gegen Jose Luis Castillo, 7. Mai 2005, Mandalay Bay Resort & Casino, Las Vegas

Der Kampf von Diego „Chico“ Corrales gegen José Luis Castillo wurde am 7. Mai 2005 in Las Vegas ausgetragen. Das Ergebnis? Corrales gewann in der 10. Runde durch technischen K. o., nachdem er in dieser Runde bereits selbst zweimal zu Boden gegangen war – dies gilt als eine der größten Runden und der Kampf als einer der größten aller Zeiten.

Dieses gnadenlose Aufeinandertreffen bot alles, was sich ein Boxfan wünschen kann – ununterbrochen intensiver Nahkampf, zahlreiche Wechsel von Energie und Schlagkraft, mutiger Trotz in aussichtloser Situation, Punktabzüge und ein Schlusspunkt, den man kaum jemals besser gesehen hat – also ein Kampf für die Ewigkeit.

Selbst bevor Corrales in der 10. Runde seine dramatische Auferstehung erlebte, hatte sich der Kampf bereits zu einem echten Klassiker entwickelt, eine Schlacht aus Physis, Mut, Willenskraft und Emotionen, die sich noch in vielen Jahren in Erzählungen zur Geschichte des Boxens wiederfinden wird.

Arturo Gatti gegen Mickey Ward, 18. May 2002, Mohegan Sun Casino, Uncasville, USA

In ihrem Kampf 2002 in Connecticut lieferten sich „Irish“ Micky Ward und Arturo „Thunder“ Gatti eine 9. Runde, die weithin als eine der besten Runden seit Menschengedenken gilt.

Die Zuschauer wurden Zeugen eines fast übernatürlichen Kampfes und Triumphes, denn Gatti und Ward lieferten sich einen der schillerndsten Kämpfe, den man bis dato in einem Boxring gesehen hatte. Trainerlegende Emmanuel Stewart (der live vom Ring berichtete) bezeichnete die 9. Runde als die Runde des Jahrhunderts und den Kampf als einen der besten, dem er je beiwohnen durfte.

Danach gab es noch zwei weitere Kämpfe zwischen diesen beiden Boxern, bei denen beide erneut hingebungsvoll mit Mut und Tapferkeit fighteten, was dazu führte, dass sie für den Rest ihrer Karriere eng verbunden blieben.

Es ist kaum wahrscheinlich, dass Boxfans noch einmal eine solche Rivalität und Runde erleben werden.

Victor Ortiz vs. Andre Berto, 16. April 2011, MGM Grand Theater, Mashantucket, Connecticut

In einem Kampf, der viele Boxfans schockierte, wurde „Vicious“ Victor Ortiz gegen Andre Berto seinem Kampfnamen gerecht, als er den amtierenden und bis dahin ungeschlagen WBC-Weltmeister im Weltergewicht in einem vollen 12-Runden-Kampf überraschte. Der Kampf fand im MGM Grand Theater des Foxwoods-Komplexes von Mashantucket, Connecticut statt und war – wie so viele große Kämpfe – an Spannung kaum zu überbieten.

Ortiz und Berto galten zu diesem Zeitpunkt als die beiden besten Nachwuchskämpfer der Welt, die vom ersten bis zum letzten Glockenschlag das Tempo hochhalten konnten. In der ersten Hälfte des Kampfes gab es ein Auf und Ab. Beide gingen je zweimal zu Boden und beiden wurden beinahe endgültig von den Beinen geholt – also alles Zutaten für einen modernen Klassiker.

Nachdem alles gesagt und getan war, wurde Ortiz von allen drei Punktrichtern mit 115:110, 114:112 und 114:111 zum Sieger erklärt und hatte sich den WBC-Titel im Weltergewicht auf mitreißende Art erkämpft.

Anthony Joshua gegen Wladimir Klitschko, 29. April 2017, Wembley-Station, London, England

Mit nur einem Kampf katapultierte sich Anthony Joshua am 29. April 2017 im Wembley-Stadion zum Box-Superstar – ein Datum, an das sich Boxfans für immer erinnern werden.

Vor einer Rekordkulisse von 90.000 Zuschauern in London rappelte sich „AJ“ vom Boden hoch, um den in die Jahre gekommenen Wladimir Klitschko in 11 aufregenden Runden zu stoppen und seine makellose Bilanz beizubehalten. Der Kampf bot so ziemlich alles, was es braucht: bange Situationen, interessante strategische Runden, Drama, Niederschläge und viele Momente, die einen von den Sitzen rissen. 

Es war eine Schlacht auf höchstem Niveau mit unterschiedlichen Phasen. Auf die zurückhaltenden ersten Runden folgten eine hitzige, hin und her wogende vierte und fünfte Runde, danach Erholungsrunden von sieben bis zehn, gefolgt von einem hektischen, aber vernichtenden Ansturm von Joshua, der den Schlusspunkt setzte. Der Aufwärtshaken, bei dem Klitschkos Nacken zurückschnappte und seine Fähigkeit, diesen Wirkungstreffer wegzustecken, war nur ein weiteres Kapitel in diesem heroischen Kampf. 

Es war der definitive Kampf in einer Schwergewichtsklasse, die nach 10 Jahren endlich auf einen neuen Superstar hoffte – und die Hoffnung wurde erfüllt. Vier brutale Niederschläge und das abschließende Trommelfeuer von Joshua sorgten dafür, dass man über diesen Kampf noch in vielen Jahren diskutieren wird.

 „Prince“ Naseem Hamed gegen Kevin Kelley, 19. Dezember 1997, New York, Madison Square Garden

Dieser Kampf ist vom Papier her zwar einige Monate älter als 20 Jahre – aber er musste unbedingt mit auf die Liste.

Es war im Dezember 1997, als das frühreife britische Talent „Prince“ Naseem Hamed für seinen ersten Auftritt auf amerikanischem Boden zu einem denkwürdigen Schlagabtausch mit Kevin Kelley in die Stadt kam.

Der erst 23 Jahre alte „Prince“ hatte sich bereits zwei Jahre zuvor in Cardiff nach der Demontage von Steve Robinson die WBO-Krone erkämpfen können. Das nassforsche, übermütige und unorthodoxe Großmaul hatte versprochen, Amerika im Sturm zu erobern – und setzte sein Ankündigung in einem mitreißenden, hin und her wogenden Aufeinandertreffen auch in die Tat um.

Der 30-jährige Kelley lebte und kämpfte rund um Flushing, Queens, New York. Und er war nicht bereit, Hamed in seinem Zuhause einfach so das Feld zu überlassen. Der zweimalige Golden Gloves-Gewinner Kelley war in der Vergangenheit bereits WBC-Federgewichts-Weltmeister geworden und galt nun als die bisher härteste Herausforderung in Hameds Karriere.

Der Kampf sah mehrere Niederschläge. Wilder Schlagabtausch, unvergleichliches Drama und ein dramatischer Höhepunkt als Abschluss, den man nur in einem Boxring erleben kann. Nachdem beide drei Mal zu Boden gegangen waren, schlug Hamed Kelley in der vierten Runde schließlich K. o.

Ein Sekundenbruchteil nachdem die „10“ gezählt war, fiel Kelley dem Referee Benjy Esteves in die Arme und der Kampf fand nach 2 Minuten und 27 Sekunden der vierten Runde sein Ende. Jeder hatte sofort das Gefühl, Zeuge eines Klassikers geworden zu sein.

Und der führenden HBO-Kommentator Larry Merchant, der Hamed beobachte, als Kelley angezählt wurde, brachte es auf den Punkt: „Was wir gerade gesehen haben, war der Hagler-Hearns im Federgewicht“.

Israel Vazquez gegen Rafael Marquez III, 1. März 2008, Home Depot Center, Carson, Kalifornien, USA

Nach zwei epischen Kämpfen 2007 setzten Israel Vazquez und Rafael Marquez 2008 ihre Rivalität mit einem weiteren außergewöhnlichen Aufeinandertreffen über 12 atemberaubende Runden im Home Depot Center von Carson, Kalifornien fort.

In einem Kampf, der Blut, Mut und noch mehr Blut sah, schien Marquez bereits genug für den sicheren Sieg getan zu haben. Doch Vazquez wurde von Runde zu Runde stärker. Die 11. und 12. Runde lieferten dann einige der schillerndste Momente, die man sich vorstellen kann, denn in diesen beiden Runden sorgte Vazquez mit nie dagewesener Aggressivität dafür, dass sich die Waagschale zu seinen Gunsten neigte.

Vasquez wollte nicht mehr aufhören zu punchen und war wenige Sekunden davor, Marquez zu stoppen, als er ihn mit einem Bombardement von Schlägen zu Boden brachte. Referee Pat Russell war nur Sekunden davor, den Kampf abzubrechen, doch Marquez kam wieder hoch. Noch bevor beide Kämpfer erneut in den Fight zurückfinden konnten, ertönte der Schlussgong, und der Applaus in der ausverkauften Arena brandet auf für den Mut, den beide Männer gezeigt hatten.

Schließlich wurde Vazquez mit Mehrheitsentscheidung zum Sieger erklärt – ein Ergebnis, das von Marquez heftig angefochten wurde. Aber die echten Gewinner waren die Fans, die den Kampf des Jahres und einen der besten Kämpfe der letzten 20 Jahre gesehen hatten.

Kostya Tszyu gegen Ricky Hatton, 4. Juni 2005, MEN Arena, Manchester, England

Am 4. Juni 2005 katapultierte sich Ricky „Hitman“ Hatton selbst in den Ruhmeshimmel und wurde WBA-Weltmeister in der Leichtweltergewichtsklasse durch seinen Sieg gegen den wie immer großartigen Kostya Tszyu, der danach zur Nummer 2 der Pound-for-Pound-Weltrangliste aufstieg. In einem epischen Kampf aus Physis, Mut und Tapferkeit zwang der aus Manchester stammende Hatton nach 11 Runden brutaler, aber begeisternder Action Tszyu dazu, das Handtuch zu werfen. Damit schlug er die Wettquoten auf dramatische Weise und wurde vor 22.000 brüllenden, fanatischen und ekstatischen britischen Fans für seinen Triumph als Held bejubelt.

Wie einst Frazier gegen Ali hatte auch Tszyu keinen Tropfen Sprit mehr im Tank für eine letzte Runde. Sein Trainer Johnny Lewis sah keine Chance mehr, seinen völlig erschöpften Schützling noch einmal in den Ring zu schicken. Er warf das Handtuch, und Tszyu widersprach nicht. Im Gegenteil: Er erhob sich und umarmte den neuen Champion als Zeichen des Respekts für die Leistung, die „The Hitman“ gerade abgeliefert hatte. Er wollte Qualen und Schmerz beenden, auch wenn nur noch drei Minuten vor ihm lagen, und konnte so dafür sorgen, dass mit Ricky Hatton ein neuer Superstar geboren war.

Frederic Gosset gegen Xia Yu Quing, 7. Oktober 2007, Sichuan Stadium Center, Chengdu

Dieser Kampf, den wahrscheinlich nur echte Hardcore-Boxfans gesehen haben, war nichts für zarte Gemüter.

Sowohl Gosset als auch Yu Quing waren weit entfernt davon, Weltklasseboxer zu sein. Gosset (11-46-2, 3 K.o.) und Quing (9-5-2, 1 K.o.) trafen bereits zum zweiten Mal aufeinander, nachdem ihr erster Kampf 2006 mit einem technischen Unentschieden aufgrund von Kopfschlägen geendet war.

Dieser Trend setzte sich auch in ihrem zweiten Match fort, als ein hässlicher Kopfschlag einen der übelsten Cuts zur Folge hatte, den ein Boxer je über dem linken Augen erlitten hatte. Quing, der glücklicherweise weitermachen konnte, war durch den ständigen Blutfluss den gesamten Kampf über die Sicht behindert, doch er teilte bis zum Schlussgong Treffer um Treffer aus.

Da sowohl Gosset als auch Quing ihre Angriffe in hektischem Tempo in einem der grausamsten Kämpfe vortrugen, die je in einem Boxring stattfanden, wurden Boxfanatiker nicht enttäuscht. Der Cut und die Menge an Blut waren zweifelsohne erschreckend und man mochte kaum hinsehen, und niemals sollte es erlaubt sein, diesen Kampf in einem Rückblick zu erwähnen.

Doch wenn Sie denken, dass Blut und noch mehr Blut zu einem Kandidaten für den Lieblingskampf aller Zeiten dazugehört, dann ist dieser Kampf gewiss einer Ihrer Favoriten.

Hat es Ihr Favorit in die Liste geschafft? Schicken Sie einen Tweet an @PinnacleSports, und lassen Sie uns wissen, welcher Kampf Ihrer Meinung nach eine Erwähnung verdient.

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