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Aug 8, 2017
Aug 8, 2017

Wetten auf Mayweather gegen McGregor: das sagt ein MMA-Experte

Wird McGregors K.-o.-Potenzial zum Tragen kommen?

Geht es „Money“ Mayweather nur noch ums Geld?

Über die Bedeutung von Alter, Größe und Unberechenbarkeit

Wetten auf Mayweather gegen McGregor: das sagt ein MMA-Experte

Am 26. August treffen in Las Vegas zwei Welten aufeinander, wenn der in 49 Kämpfen unbesiegte Floyd „Money“ Mayweather gegen MMA-Fighter Conor McGregor antritt. Nach unserer Vorschau auf den Kampf aus Sicht eines Box-Experten wollen wir nun erfahren, was ein MMA-Kenner zu den Quoten für Mayweather gegen McGregor sagt.

Der Medienrummel im Vorfeld des Aufeinandertreffens könnte größer nicht sein. Der möglicherweise beste Boxer aller Zeiten steigt noch ein letztes Mal in den Ring – nachdem Mayweather schon einmal kurzzeitig aus dem Ruhestand zurückgekehrt war. Und der Mann, der einen Fleck auf die weiße Weste von Mayweathers 49:0-Bilanz setzen möchte, ist mit Conor McGregor der vermutlich beste Selbstdarsteller in der Geschichte von MMA.

Während viele einen Fight von epischen Ausmaßen erwarten, glauben andere an eine eher einseitige Angelegenheit. Nach Meinung eines Box-Experten wird Mayweather gegen McGregor das Duell des technisch versiertesten Boxers aller Zeiten gegen einen boxerisch vollkommen unerfahrenen Neuling – und somit eine klare Sache.

Selbstverständlich kann McGregor nicht als Favorit gehandelt werden, doch verspricht dieser Wettstreit spannender zu werden, als es die Statistiken auf den ersten Blick vermuten lassen.

Die Wettquoten für Mayweather gegen McGregor sprechen eine eindeutige Sprache: Für einen Sieg von Mayweather gibt es (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels) 1.155*, was einer Wahrscheinlichkeit von 86,58 % entspricht. Viele Beobachter sind zudem der Meinung, dass diese Quote noch sehr großzügig für McGregor ausfalle.

Obwohl die meisten Experten sich einig sind, dass sich Conor McGregor bei seinem ersten Auftritt in einem Profi-Boxring wahrscheinlich blamieren wird, gibt es doch einige Aspekte des mit Spannung erwarteten Kampfes, die durchaus für den Iren sprechen.

In der Tat finden sich vier gute Gründe dafür, dass McGregors Chancen gar nicht so schlecht stehen, wie sie im Augenblick eingeschätzt werden. Selbstverständlich kann McGregor nicht als Favorit gelten, doch dürfte dieser Wettstreit spannender werden, als es die Statistiken auf den ersten Blick erwarten lassen.

Quoten zu Mayweather gegen McGregor: Spielt das Alter eine Rolle?

Floyd Mayweather ist 40 Jahre alt. Die meisten Sportler sind in diesem Alter längst im Ruhestand, ein Boxer gilt zumindest als Methusalem. Bereits 21 Jahre ist es her, dass Mayweather zum ersten Mal in den Ring stieg, und vor zwei Jahren gab er zu, dass ihm das Training mittlerweile einige Mühe bereite.

Auch wenn man nicht davon ausgehen kann, dass er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters auf einmal das Boxen verlernt hätte, sollte es sich dennoch unweigerlich zu seinem Nachteil bemerkbar machen. Ob dies für McGregor ausreicht, um daraus Kapital zu schlagen, bleibt hingegen abzuwarten.

Geht es „Money“ Mayweather nur noch ums Geld?

Man kann wohl kaum behaupten, dass der Druck vor einem Kampf Floyd Mayweather jemals etwas ausmachen könnte. Dafür ist er viel zu erfahren. Zudem bekommt er sein Geld sowieso und völlig unabhängig davon, was im Ring passieren wird. Doch genau darin liegt das Problem.

Wenn es nur um einen einzigen entscheidenden Treffer geht, ist McGregors Bilanz kein allzu schlechter Ausgangspunkt – immerhin 18 seiner 21 Siege erzielte er durch K. o.

Mayweather braucht das Geld, was gut dokumentierte Probleme mit dem Finanzamt bestätigen. Deshalb wird er auf jeden Fall antreten, auch wenn er bis zum Kampf nicht zu 100 % fit sein sollte.

Was auch immer ihm seine makellose Kampfstatistik wert sein mag, die 300–400 Millionen US-Dollar, die er beim Duell mit McGregor verdienen kann, bedeuten ihm sicherlich mehr. Somit wird er auch dann in den Ring steigen, wenn ihm vom Training noch alle Knochen wehtun. Hierbei mag es sich um eine gewagte Spekulation handeln, aber wenn Mayweather nicht in bester Verfassung ist, wird McGregor dies auf jeden Fall erkennen und zu seinem Vorteil nutzen.

Wetten auf Mayweather gegen McGregor: Wird der Größenunterschied das Zünglein an der Waage sein?

Auch wenn der Größenunterschied nur gering ist, hatte Mayweather es in seiner Karriere meist mit kleineren Gegnern als McGregor zu tun. Sein letztes Opfer Andre Berto sowie sein vorangegangener Gegner Manny Pacquiao messen nur 1,69 m, sein zweifacher Kontrahent Marcos Maidana ist 1,70 m groß.

McGregor hingegen kommt auf eine Körpergröße von 1,75 m (Floyd misst 1,73 m) und hat mit 1,88 m eine enorme Reichweite (gegenüber Floyds 1,83 m). In Verbindung mit McGregors unorthodoxem Kampfstil könnten seine Größe und Reichweite zu einem echten Problem für Mayweather werden.

Berechenbarkeit: Krav Maga gegen Boxen

Wenngleich wir es hier mit einem Boxkampf zu tun haben, hat sich Mayweather seine Sporen eben auch nur gegen andere Boxer verdient. Genau dies ist McGregor nicht. Während auch der Ire sein Geld damit verdient, andere Leute zu verprügeln, erreicht er dies durch den Einsatz von Krav-Maga-Techniken, die sich von den Regeln des Marquess of Queensberry, an die Mayweather gewohnt ist, nur allzu deutlich unterscheiden.

McGregor wird einen anderen Kampfstil an den Tag legen, der ihn zusammen mit seiner für Mayweather ungewohnten Größe und Reichweite sowie den sich daraus ergebenen anderen Schlagwinkeln zu einem schwer zu treffenden Ziel machen dürfte. Zumindest wird diese Unberechenbarkeit McGregors Chancen erhöhen, einen K.-o.-Treffer zu landen.

In Verbindung mit McGregors unorthodoxem Kampfstil könnten seine Größe und Reichweite zu einem echten Problem für Mayweather werden.

Der ehemalige MMA-Kämpfer Mike Brown sagte gegenüber Brett Okamoto von ESPN: „McGregor ist ein harter Brocken und vermutlich der größte Kerl, mit dem sich Mayweather jemals auseinander setzen musste. Oder zumindest kommt er dem sehr nahe. Er ist Rechtsausleger und bewegt sich nicht wie ein normaler Boxer. Deshalb werden die Schlagwinkel für Mayweather ungewohnt sein.

Alle diese Aspekte verschieben die Ausgangslage ein wenig zu Conors Gunsten. Natürlich ist er eindeutig der Underdog, aber einige Dinge sprechen dafür, dass wir keinen normalen Boxkampf erleben werden. Eine Entscheidung nach Punkten könnte McGregor selbstverständlich nicht gewinnen. Aber wenn er Mayweather mit einem harten Treffer überraschen und aus dem Konzept bringen kann, könnte er ihm ernsthaft gefährlich werden und ihn sogar schlagen. Und vor einem solchen Lucky Punch ist niemand gefeit.“ 

Wird McGregors K.-o.-Potenzial zum Tragen kommen?

Wenn es nur um einen einzigen entscheidenden Treffer geht, ist McGregors Bilanz kein allzu schlechter Ausgangspunkt. Von 21 Siegen hat er ganze 18 durch K. o. erzielt. Und während andere UFC-Stars eher einen vorsichtigeren Kampfstil pflegen, seitdem sie mit ihrem Sport gutes Geld verdienen können, kann davon bei McGregor keine Rede sein. Ganz im Gegenteil sind K.-o.-Siege sein täglich Brot. Wir sollten uns also darauf einstellen, dass McGregor mit Vollgas in den Schlagabtausch gehen wird, denn 13 seiner Knock-outs vollbrachte er bereits in der ersten Runde.

Ein kühler Kopf wird enorm wichtig sein

Im Vorfeld des Kampfes hat Conor keine Gelegenheit ausgelassen, Mayweather verbal anzugreifen, und dieser hat all die Anfeindungen reaktionslos über sich ergehen lassen. In der Tat hat sich Mayweather noch nie so beeindrucken lassen, dass er einen Kampf verloren hätte. Warum sollte es also diesmal anders laufen?

Erstens hat McGregor schon öfter bewiesen, dass er auch extrem stoische Champions aus der Ruhe bringen kann. Vor seinem Duell mit José Aldo galt dieser als der weltweit beste MMA-Fighter. McGregors Verbalattacken vor dem Kampf sind mittlerweile legendär, und vielleicht lag es auch daran, dass Aldo wutentbrannt nach nur 13 Sekunden in die Faust des Iren lief, welche die Auseinandersetzung dann auch umgehend beendete.

McGregor wird einen anderen Kampfstil an den Tag legen, der ihn zusammen mit seiner für Mayweather ungewohnten Größe und Reichweite sowie den sich daraus ergebenen anderen Schlagwinkeln zu einem schwer zu treffenden Ziel machen.

Zweitens hat McGregor bislang kein Wort über Mayweathers bekannte Vergangenheit körperlicher Misshandlungen von Frauen verloren (was er sicherlich nicht tat, um Floyds Würde zu wahren). Sofern es diesbezüglich keine Vereinbarung zwischen den beiden gibt, wäre es durchaus möglich, dass McGregor sich dieses Thema für einen Großangriff gegen Mayweather unmittelbar vor dem Gang in den Ring aufspart. 

Sollte er damit einen wunden Punkt treffen, könnte dies Mayweather aus der Fassung bringen und für ein ähnliches ungestümes Anrennen wie bei José Aldo sorgen. Allerdings hat sich Mayweather während seiner 21-jährigen Karriere stets als diszipliniert erwiesen, sodass kaum ein Wettbegeisterter sein Urteil darauf gründen wird.

Wird der Kampf dem Hype gerecht werden? Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt dies schwer zu sagen, doch wird der Ausgang des Duells deutlich knapper sein, als es manche im Voraus zu wissen glauben. In diesem Artikel haben wir verschiedene Gründe aufgeführt, warum McGregor trotz allem eine Chance haben könnte. Natürlich müssen die Sterne für den Iren günstig stehen und wirklich alles passen, aber es hat schon größere Überraschungen im Sport gegeben.

Wollen Sie wissen, was ein Box-Experte dazu sagt? Dann lesen Sie Wetten auf Mayweather gegen McGregor: das sagt ein Box-Experte.

Quoten können sich ändern

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