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Feb 27, 2017
Feb 27, 2017

Wettstrategie beim Boxen: So wichtig ist die Vorbereitung auf den Kampf

Die Bedeutung der Kampfvorbereitung des Boxers für Ihre Wettstrategie

Die Erfahrungen mit Kell Brook und Ami Khan zeigen, wie sich mit Boxern Geld verdienen lässt, die vor dem Kampf an Muskelmasse zulegen

Hier erfahren Sie, was ein Profiboxer beim Aufstieg in eine neue Gewichtsklasse beachten muss

Wettstrategie beim Boxen: So wichtig ist die Vorbereitung auf den Kampf

Credit: Getty Images

Danny Wilson ist seit langem als Fitness- und Konditionstrainer von Profiboxern tätig. Seine Arbeit verschaffte ihm jede Menge Insiderwissen darüber, wie Boxer sich auf einen Kampf vorbereiten. Auf ein solches Wissen können Buchmacher nicht zurückgreifen. Somit können seine Fachkenntnisse ein wichtiger Baustein Ihrer Wettstrategie sein und den entscheidenden Vorteil gegenüber dem Buchmacher ausmachen. In diesem Interview erfahren Sie, wie Sie sie gewinnbringend einsetzen.

Hallo Danny, können Sie uns ein wenig über sich selbst und Ihre Arbeit als Fitness- und Konditionstrainer erzählen?

Als Fitness- und Konditionstrainer habe ich bereits mit mehr als 100 Amateur- und Profiboxern gearbeitet, darunter zuletzt mit Kell Brook bei seinem Aufstieg vom Weltergewicht zum Mittelgewicht vor dem Kampf gegen Gennady Golovkin.

Auf den Gebieten Fitness und Kondition geht es vor allem darum, den körperlichen Zustand des Boxers vor dem Kampf zu verbessern. Meine Aufgabe besteht also darin, den Boxer in die bestmögliche Form zu bringen, sei es durch Gewichtsreduzierung, Muskelaufbau oder andere Maßnahmen.

Welchen Einfluss kann die erhöhte Muskelmasse eines Boxers auf die Wettstrategie haben?

Sobald Sie sich darüber im Klaren sind, wie Sie beim Boxen wetten sollten, können die Trainingsmethoden eines Boxers vor seinem Kampf wichtige Hinweise für Ihre Wettstrategie liefern. Nehmen wir zum Beispiel den Kampf von Amir Khan gegen Saul „Canelo“ Alvarez.

Jeder, der sich der Auswirkungen des Muskelaufbaus auf Khans Körper bewusst war, wird mit ziemlicher Sicherheit auf Canelo gesetzt haben.

Khans stärkste Waffe ist seine Geschwindigkeit. Durch den Muskelaufbau vor dem Kampf hat er sich jedoch selbst dieser Waffe beraubt. Mit diesem Wissen konnten Sie als Wettender davon ausgehen, dass Khan schnell beginnen und die ersten Runden gewinnen würde. Doch die vergrößerten Muskeln in seinen Armen ließen ihn schneller ermüden, was Canelo schließlich mit zum K.-o.-Sieg verhalf.

Ohne sich der Grundlagen und physiologischen Auswirkungen von so viel Gewicht im Profibereich bewusst zu sein, werden viele Leute auf Kahn gesetzt haben. Doch jeder, der sich die Bedeutung des Muskelaufbaus für Khans Körper vor Augen führen konnte, hat mit ziemlicher Sicherheit auf Canelo gewettet.

Gilt dies auch für den Aufstieg von Kell Brook und seinen Mittelgewichtskampf gegen Gennady Golovkin?

Kells Aufstieg um zwei Gewichtsklassen und das Aufeinandertreffen mit einem Boxer, der seit acht Jahren alle seine Gegner aus dem Weg geräumt hatte, wurden gemeinhin als Erfolg gewertet. Gegen jeden anderen Mittelgewichtsboxer als Golovkin hätte Kell notfalls auch mit seinem erhöhtem Gewicht über 12 Runden gehen können.

Der Unterschied zwischen Kell und Amir beim Aufstieg ins Mittelgewicht liegt im unterschiedlichen Körperbau der beiden. Kell ist ein schneller und explosiver Boxer, während Amir eher über die Ausdauer kommt. Deshalb würde man bei einem Aufeinandertreffen der beiden wahrscheinlich auf einen K.-o.-Sieg von Brook oder einen Punktsieg von Khan wetten.

Häufig hört man von Wettenden, dass der Boxer mit einer größeren und breiteren Grundstellung im Vorteil sei. Stimmt das?

Eine breitere Grundstellung gibt es in Wirklichkeit nicht. Die Grundstellung eines Boxers muss immer breit genug sein, damit er jederzeit die Balance halten kann. Wir sprechen daher eher von einer korrekten Grundstellung. Größere Boxer haben von Natur aus eine breitere korrekte Grundstellung als kleinere Boxer.

Die Grundstellung muss breit genug sein, damit sich der Boxer schnell und sicher bewegen und ausweichen sowie dabei seine unterschiedlichen Angriffs- und Verteidigungstechniken kontrolliert zum Einsatz bringen kann. Solange er zu alledem in der Lage ist, wird er gut boxen. Wenn er dabei jedoch aus dem Gleichgewicht kommt, steht er entweder zu eng oder zu breit. Zudem wird die Grundstellung je nach ausgeführter Angriffsbewegung variieren.

Fällt Ihnen noch ein weiterer Kampf ein, auf den sich dieses Wissen anwenden ließe?

Ja, der Kampf zwischen David Haye und Tony Bellew wäre ein weiteres gutes Beispiel.

Hayes Muskelmasse hätte sich ab der siebten Runde als Nachteil für ihn erwiesen.

Zwar war er nicht mehr so schlank wie zu Beginn seiner Karriere, aber er wollte mehr Muskeln aufbauen, ohne dabei gleichzeitig Fett anzusetzen. Durch die Gewichtsabnahme vor früheren Kämpfen und die damit einhergehende negative Energiebilanz hatte er nicht genug Power, um seine körperliche Leistungsfähigkeit zu optimieren.

Beim Muskelaufbau kann ein Boxer in seinem Training nicht so arbeiten wie ein Bodybuilder. Er muss weiterhin einen funktionalen Ansatz verfolgen und dabei auf die gleichzeitige Verbesserung von Beweglichkeit, Geschwindigkeit und Koordination achten.

Welche Auswirkungen hatte also Hayes größere Muskelmasse im Kampf gegen Bellew?

Seine größeren Muskeln machten zunächst einen guten Eindruck, aber seine Geschwindigkeit und Schlagkraft waren nicht mehr so effizient wie zuvor. Viele Beobachter erwarteten, dass ihm seine größere Masse insbesondere in den ersten sechs Runden gegen Bellew von Vorteil sein würde. Aber nur wenige hatten die Verletzung vorhergesehen, die den Kampf schließlich beendete.

Wahrscheinlich wäre ihm seine größere Muskelmasse ab der siebten Runde zum Verhängnis geworden, denn ab diesem Zeitpunkt gewinnen meist leichtere Boxer mit mehr Ausdauer die Oberhand.

Wie sah Bellews Vorbereitung für seinen Kampf gegen Haye aus?

Normalerweise baut Bellew seine Muskeln mit vielen Wiederholungen und hohen Gewichten auf. Diese Art von Training stimuliert langsam zuckende Muskelfasen und spricht motorische Einheiten mit niedrigeren Aktivierungsschwellen an, was sich jedoch negativ auf die Geschwindigkeit der Muskelkontraktionen auswirkt. In Kombination mit einer erhöhten Körpermasse macht dies den Athleten deutlich langsamer.

Bellew gehört nicht zu den schnellsten Boxern im Halbschwer- oder Cruisergewicht und konnte sich nach seinem Aufstieg ins Schwergewicht nur bei einem länger dauernden Kampf gute Chancen ausrechnen (oder natürlich, wenn seinem Gegner die Achillessehne riss und er sich nicht mehr durch den Ring bewegen konnte). Hayes Strategie bestand hingegen darin, den Kampf innerhalb der ersten sechs Runden zu entscheiden, damit Bellew seine Vorteile nicht ausspielen konnte. Es ist schwer zu sagen, welchen weiteren Verlauf das Duell ohne Hayes Verletzung genommen hätte.

Wie wirkt sich der physiologische Zustand eines Boxers auf seine Schlagkraft aus?

Die Schlaghärte hängt davon ab, wie viel Impuls der Boxer erzielen kann. Der Impuls ist hierbei die Geschwindigkeit der Masse in Richtung des Ziels. Schnell schlagende Schwergewichtler treffen so hart, weil sie einen sehr großen Impuls erzielen.

In Bezug auf die reine Geschwindigkeit sind Schwergewichtsboxer ihren Kollegen aus dem Federgewicht meist deutlich unterlegen, da sie aufgrund ihrer Masse eine viel größere Trägheit überwinden und dabei ein Vielfaches an Kraft aufwenden müssen. Mit genau diesem Problem sah sich Bellew in seinem Kampf gegen David Haye konfrontiert, während dieser seine Muskelmasse und sein Gewicht viel natürlicher in Schlagkraft umsetzen konnte.

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