Feb 18, 2015
Feb 18, 2015

Wie gut ist ein Tippgeber?

Wie gut ist ein Tippgeber?
Einige Wettende überlassen die Auswahl geeigneter Wettangebote Tippgebern. Leider ist häufig nur schwer zu erkennen, ob die Bilanz eines Tippgebers auf guten Vorhersagefähigkeiten oder einfach nur auf Glück basiert. Dieser Artikel erklärt, wie du einen Tippgeber anhand des Surviorship-Bias besser einschätzen kannst.

Nehmen wir als Beispiel einen Tippgeber, der über eine Dauer von 5 Jahren Tennis-Matches mit ausgeglichenen Siegchancen mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % korrekt vorhergesagt und damit einen Profit von $50.000 erzielt hat. Beeindruckend, oder? Nicht so sehr, wenn herauskommt, dass es sich bei dem Star-Tippgeber tatsächlich um einen Affen handelt.

Gehen wir von einer Simulation aus, in der 10.000 Tennis-Tippgeber (oder Affen, das macht eigentlich keinen Unterschied) eine jeweils 50%ige Chance auf den Gewinn von $10.000 pro Jahr bzw. den Verlust von $10.000 pro Jahr haben. Wenn ein beliebiger Tippgeber ein verlustreiches Jahr hat, scheidet er aus.

Die Tippgeber/Affen treffen ihre Vorhersagen, indem sie einfach eine von zwei Tasten drücken. Wenn wir den Test über ein Jahr laufen lassen, machen 5.000 unserer Tippgeber einen Gewinn von $10.000, und die anderen einen Verlust von $10.000, wodurch sie ausscheiden. Im zweiten Jahr hätten wir 2.500 Affen mit einem perfekten Ergebnis. Wenn wir den Versuch so weiterführen, bleiben im 5. Jahr noch 313 Affen aus der ursprünglichen Gruppe übrig, die durch pures Glück fortwährend richtige Vorhersagen trafen und damit einen Gewinn von $50.000 erzielten.

Überlebende sind nicht unbedingt Wissende

Dieses Phänomen wird als Survivorship-Bias oder Überlebensirrtum bezeichnet und hat in der echten Welt der Tippgeber eine große Bedeutung. Schließlich kann es sich bei dem erfolgreichen Tippgeber, der zurzeit die Tippgeber-Ranglisten auf hottips.com anführt, unter Umständen ja tatsächlich um einen Affen handeln, der eine Taste drückt und dabei Glück hat.

Welche wichtigen Faktoren wirken sich auf diesen Prozess aus? Die Größe der ursprünglichen Stichprobe ist entscheidend. Wenn du dich bei diesem Prozess lediglich auf die Gewinner konzentrierst und die anderen Milliarden von Affen ignorierst, die Blödsinn erzeugen, lässt du dich vom Zufall in die Irre leiten. Tatsache ist, dass ausgehend von einer ausreichend großen Stichprobe am Ende einige der Teilnehmer dank purem Glück aussehen, als ob sie über enormes Wissen verfügen.

Der andere entscheidende Faktor ist die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses. In unserem Beispiel haben wir einen fairen Münzwurf (50:50-Chance auf Kopf oder Zahl) verwendet, in der echten Welt hat ein Buchmacher jedoch einen Vorteil. Wenn wir unseren Test mit höheren Margen erneut durchführen, bleiben weniger glückliche Gewinner übrig: je geringer die Marge, desto einfacher ist es, langfristig erfolgreich zu sein.

Stark vereinfacht lässt sich sagen, hilfreich bei der Beurteilung eines Tippgebers ist die Frage, ob er Pinnacle verwendet. Unsere Quoten sind nachweislich die besten, wer uns also nicht verwendet, hat keine Ahnung von seinem Metier.

Eine clevere Darstellung des Survivorship-Bias

Es gibt eine Vielzahl guter Beispiele für den Survivorship-Bias, aber ein besonders cleverer Trick des bekannten englischen Illusionisten Derren Brown aus seinem Programm von 2008 mit dem Namen „The System“ zeigte auf clevere Weise, wie sehr Personen dadurch getäuscht werden können.

Die Show orientierte sich an dem Gedanken, dass es möglich sei, ein System zu entwickeln, mit dem der Gewinner eines Pferderennens garantiert ermittelt werden könne, eine Behauptung, die viele Wettende sicher schon gehört haben. Brown sendete anonym fünf korrekte aufeinanderfolgende Tipps für Pferderennen an Kadisha. Hier gab es keinerlei Tricks, die Vorhersagen waren fair und genau, und das Programm arbeitete auf den Höhepunkt hin, der in einer sechsten und abschließenden Vorhersage bestand, bei der Kadisha bestärkt durch die 100%ige Bilanz von Brown $4.000 ihres eigenen Geldes investierte … und verlor.

Natürlich gab es kein System. Kadisha war ganz einfach das Produkt des Survivorship-Bias.

Brown hatte tatsächlich zunächst 7.776 Personen kontaktiert (ausreichend große Stichprobe) und diese in sechs Gruppen unterteilt, denen er jeweils ein anderes Pferd aus einem Rennen mit 6 Pferden zuwies. Beachte, dass die Anzahl der Variablen für die Geschwindigkeit, in der die ursprüngliche Stichprobe schrumpft, genauso wichtig ist wie die Anzahl der Vorhersagen.

Hilfreich bei der Beurteilung eines Tippgebers ist die Frage, ob er Pinnacle verwendet.

Nach jedem Rennen hatten 5/6 der Personen verloren und schieden aus dem System aus (wie dies bei den Affen der Fall war), und gleich große Gruppen der Verbliebenen erhielten nach dem Zufallsprinzip eine andere Auswahl zugeteilt. Kadisha blieb als letzte Teilnehmerin übrig, sie hatte fünfmal in Folge gewonnen.

Die entscheidende Lektion für Sportwetten lautet, dass jeder eine Glückssträhne haben kann. Und je unwahrscheinlicher etwas ist, desto größer ist die Rolle, die das Glück spielt. Wenn ein Schreibmaschine schreibender Affe aus einer Stichprobe von mehreren Milliarden das Gesamtwerk von Shakespeare erzeugt, solltest du das nicht allzu aufregend finden. Wenn ihm das ein zweites Mal gelingt, solltest du dich aber näher mit der Sache befassen.

Eine einfache Formel zur Berechnung der Tippgeber-Qualität

Die echten Fähigkeiten eines Tippgebers lassen sich wie folgt berechnen: Addiere die Quadratwurzel aus der Gesamtzahl der Auswahlen zu der Hälfte der insgesamt durchgeführten Spiele:

ˆš (Anzahl der Auswahlen) + ½ (Gesamtzahl der Spiele)

Wenn z. B. 400 Tipps abgegeben wurden, wäre die Quadratwurzel 20. Wenn wir die Hälfte von 400 addieren, erhalten wir eine Gesamtsumme von 220 theoretischen Erfolgen.

Wenn der Tippgeber 20 Auswahlen über 200 liegt, liegt er zwei Standardabweichungen über dem Durchschnitt. Die Chance, dass ein 50 %-Handicapper dies schafft, liegt bei etwa 1:40. Ein Spieler mit 400 Auswahlen müsste also 220:180 bzw. 60:40 bei 100 Auswahlen erzielen, um dies zu erreichen.

Du musst kein guter Statistiker sein, um zu erkennen, dass ein Spieler umso einfacher zu beurteilen ist, je mehr Auswahlen du einsehen kannst. In vielen Fällen ist es sicherer, jemandem mit einem geringeren Prozentsatz an Erfolgen zu folgen, wenn er über deutlich mehr Spiele verfügt.

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