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Feb 1, 2017
Feb 1, 2017

Die Suche nach der Wahrheit

Die Suche nach der Wahrheit
Die Meinung ist frei, aber Informationen sind sehr teuer. Das ist eine harte Realität für Wettende, die davon profitieren auf Nachrichten zu reagieren, bevo die Wettquoten es tun. In einer immer digitaleren vernetzten Welt steigt der Umfang der freien Meinung exponentiell. Wir sind in einem Zeitalter der „Post-Wahrheit“ angekommen. Wie unterscheiden Sie also Signale von Lärm. Was sagen uns die aktuellsten US-Wahlen darüber?

Beim Erfolg im Wettgeschäft geht es letztendlich um die Akquise genauer Informationen; das kann ein proprietärer Datenfeed oder ein aufgeschnapptes Gespräch sein. Es spielt keine Rolle, solange die Informationen präzise sind und Sie sie als Erster bekommen.

Die Suche nach der Wahrheit

Den meisten Wettenden jedoch, liegt - ohne Glasfaseroptik sowie ausgeklügelte Modelle und Kontakte - diese wichtige Einsicht fern; ihr Informationen sind aus zweiter Hand aus dem Internet und den sozialen Medien, was ein Problem darstellt. Angesichts dessen, dass diese „Informationen“ so teuer sind, reden diejenigen, die sie haben nicht darüber und diejenigen, die reden, wissen oft nichts. Und dennoch lechzt der Mensch von Natur aus nach Storys.

Es wird Winston Churchill überwiegend zugeschrieben, der Urheber eines Aphorimus zu sein, das vornehm darauf schliessen lässt, warum Fehlinformationen sich schneller verbreiten als Fakten. „Eine Lüge geht um die halbe Welt, bevor die Wahrheit die Geglegenheit hat in die Schuhe zu schlüpfen".

‚Post-Wahrheit' ist das Wort des Jahres

Natürlich sind Informationen nicht immer nur richtig oder falsch, wahr oder unwahr - so einfach ist das nicht. Aber vieles davon, was als Einblick gilt, hat sicherlich einen fragwürdigen Ursprung. Wenn das wie eine Übertreibung klingt, hören Sie, was Anthony Adornato, Assistenzprofessor für Journalisitk an der Ithaca College’s Roy H. Park School of Communications über eine von US-Medien durchgeführte Studie zu sagen hat [Forces at the Gate - May 9th, 20161].

„Ein Drittel der Befragten haben angegeben, dass ihre Agenturen über Informationen aus sozialen Medien berichtet haben, die sich später als falsch oder ungenau herausgestellt haben. Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse dieser Umfrage ist die Tatsache, dass bei den Nachrichtenredaktionen, bei denen Richtlinien zu sozialen Medien existieren, fast 40 Prozent sagten, dass die Richtlinie keine Verfahren zur Überprüfung der Social Media-Inhalte umfasst, bevor diese in die Nachrichten einbezogen werden.”

Eine weitere Umfrage aus dem Jahr 2015, durchgeführt von Media Insight Project2, hat gezeigt, dass 88 % der Millennials regelmäßig Nachrichten von Facebook beziehen.

Die Wahrheit ist Poesie 

Ohne, dass wir uns in Zitate hineinsteigern, gibt es da vielleicht noch eines, das die menschliche Natur eher berührt und erklärt, warum Lügen und Fehlinformationen oft interessanter sind als die Realität. Man erzählt, dass Michael Lewis, der Author von „Big Short and Flash Boys”, in einer Bar in Washington DC zufällig folgendes gehört hat: „Die Wahrheit ist Poesie, aber die Leute, zum Teufel, hassen Poesie”.

Diese instinktivere und schonungslosere Bewertung unserer Schwäche für Lügen nutzte Lewis als Teil seines Kommentars zu der Finanzkrise 2008. Er versuchte zu verstehen, warum so wenig Menschen das vorherrschende Denken rund um die drohende Implosion von Subprime-Hypotheken zu hinterfragten.

Die einigen Wenigen, die die Poesie dessen, was direkt unter den Augen der Banken, Aufsichtsbehörden und Ratingagenturen vor sich ging, zu schätzen wusste, machten eine Menge Geld. Wenn jemand hofft, dasselbe mit Wetten zu erreichen – wenn auch nicht in dem selben Ausmaß – täte er gut daran, darüber nachzudenken, was das bedeutet.

Die Fehleinschätzung von Trump

Spulen Sie vor zu den US-Wahlen 2016. Eines der wichtigsten Gesprächsthemen war die pure Überraschung des Ergebnisses und wie es mit der etablierten Meinung - Wetten, Meinungsumfragen und Finanzmärkte - kollidierte. 

Obwohl der Favorit manchmal verliert, deuten die britischen Parlamentswahlen 2015 und der Brexit auf ein Problem mit der Informationskette hin, die die wichtigsten Indikatoren speiste; die wahrhaftigen Gefühle der Wähler wurden mit Sicherheit nicht wiedergespiegelt.
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Eine Menge davon hat mit der speziellen Dynamik des Versuchs zu tun, die allgemeine Stimmung zu einem willkürlichen Zeitpunkt (d. h. eine Wahl) zu beurteilen. Bei vielen Auswirkungen lag der Fokus auf dem Ausmass, in dem Fake News die Wähler - und folglich auch - die Wettenden möglicherweise in die Irre geführt haben.

Was letztendlich Trumps unerwarteten erfolgreichen Aufstieg dennoch gefördert haben könnte, war das Gefühl von Sicherheit, das er den Wählern gegeben hat. Sicherheit mit Hinblick auf die Wirtschaft, die Einwanderung, die Verteidigung - in einer so unsicheren Welt.

Fake News sind Alte News

Es wird sicherlich verschiedene Bücher und Dokumentationen zu dem Thema geben und das Wort „Post-Wahrheit“ hat sicher ein starke Funktion; es war das Wort des Jahres 2016 des Oxford English Dictionary.

Ein Staat, in dem „objektive Daten weniger prägenderen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben als Apelle an Emotionen und persönliche Überzeugungen.”

Fake News sind aber kein wirklich neues Phänomen. Die Geschichte bietet großartige Beispiele für Fake News. Vor der Erfingung der Druckpresse war das meiste aufgezeichnete Wissen ein Monopol von Türstehern wie z. B. Klöster, die eine eigene Voreingenommenheit geschaffen haben. Sogar nach Guttenbergs Erfindung verbreiteten sich Gerüchte immer noch schnell. Beim Feuer von London 1666, beispielsweise, verbreiteten sich Gerüchte über Grundstücke der Katholischen Kirche schneller als die Flammen selbst3. Das falsche Zitieren von Marie Antoinette4 - „Dann sollen sie doch Kuchen essen“- führte zu einer Revolution.

Voreingenommenheit

Einer der Gründe, warum Fake News so erfolgreich sind, ist weil sie unser Verlangen in einem Echokammer zu leben, nähren. Wir suchen nach Nachrichten, die unseren eigenen Blick auf die Welt als richtig bestätigen. Mit der modernen Technologie wird das um einiges leichter, da unsere Online-Gewohnheiten mit jedem Klick verfolgt werden und wir ständig mit Informationen gefüttert werden, die mit den vorhandenen Eigenschaften und Vorlieben übereinstimmen.

Diese Voreingenommenheit kann zu einem Teufelskreis werden, der dazu führt, dass wir in Informationssilos leben. Das gilt besonders für Grundüberzeugungen, wie z. B. in der Politik. Aber neben der Politik, werden Meinungen zum Sport auch oft eifrig verteidigt und es wird daran festgehalten.

In diesem Zeitalter der „ Post-Wahrheit“ sollten aufstrebende Wettende berücksichtigen, was sie tatsächlich tun können, um ihre Chancen, präzise Information zu erhalten, zu verbessern. Die generelle Aufgabe ist als eigener Redakteur auzutreten und eventuell eine alte Weisheit der Nachrichtenredaktionen zu berücksichtigen „Wenn deine Mutter sagt, sie liebt dich, dann überprüfe das.“

  • Kritisches Denken anwenden. Die Wahrheit liegt oft irgendwo zwischen zwei extremen Meinungen. Versuchen Sie deshalb das Konsumieren von Nachrichten, die einfach nur bisherige Positionen widerspiegeln, zu vermeiden.
  • Berücksichtigen Sie die Quelle des Artikels und der Daten. Ist es eine Syndizierung oder ein Original?
  • Verlassen Sie sich so oft wie möglich auf Fakten und Zahlen; wenn die nicht verfügbar sind, versuchen Sie es mit dem Baye`schen Ansatz.
  • Hüten Sie sich vor „Talking-Heads“; Erfolg im Sport/der Politik hat nichts mit Erfolg hinsichtlich der Vorhersage von Ergebnissen/Wahlen zu tun.
  • Allein die Annahme, dass die Märkte durch menschliche Vorurteile gelenkt werden können, kann selbst ein Vorteil sein.
  • Manchmal kennt man die Wahrheit nicht und das ist in Ordnung.

Quellen:

1. Trupen am Eingangstor: Der Einfluss sozialer Medien auf Entscheidungen im Bereich Redaktion und Produktion der Nachrichtenstudios des Lokalfernsehens

2. Wie Millennials an News kommen: Einblicke in die Gewohnheiten der digitalen Generation von „Amerika zuerst“ 

3. Hat Marie-Antoinette wirklich gesagt: „Dann sollen sie doch Kuchen essen”?

4. Für das „Great Fire of London“ wurde der religiöse Terrorismus verantwortlich gemacht

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