Okt 22, 2020
Okt 22, 2020

Warum sich Fehler beim Wetten auszahlen

Richtig und falsch – doch nicht so einfach wie man denkt

Sich in das Unvermeidliche fügen

Die eigenen Schwächen einsehen

Fehler machen, damit das Risiko stimmt

Warum sich Fehler beim Wetten auszahlen

Wer wettet, will gewinnen – eine Wette, Geld – und einfach mehr herausholen als man reingesteckt hat. Man sieht vielleicht nicht gleich, was an Fehlern gut sein soll, langfristig können sie aber sicher weiterhelfen. Warum? Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.

Richtig und falsch – doch nicht so einfach wie man denkt

Wie so oft im Leben ist es auch beim Wetten nicht so einfach, richtig und falsch zu unterscheiden. Gibt Ihnen der Gewinn einer Wette automatisch Recht? Angenommen Ihre Mannschaft verwandelt in letzter Minute einen umstrittenen Elfer und gewinnt unverdient. Oder jemand verspielt einen einfachen Korb im Basketball und Sie gehen mit Ihrer Under-Wette leer aus. Kann man umgekehrt auch richtig liegen, wenn man verliert?

Wer wettet, sollte wissen, dass man es richtig machen und trotzdem verlieren kann und umgekehrt. Sport ist in gewissem Maß von Zufall und Glück abhängig, mal mehr, mal weniger. Deshalb ist ein Resultat nicht 100 % vorhersehbar. Beim Wetten muss man sich dessen bewusst sein.

Glück und Pech betreffen nicht nur einzelne Wetten. Jeder Wetteinsatz wird davon beeinflusst. Natürlich ist nicht jedes Wettergebnis reine Glückssache. Glück spielt aber beim Wetten eine große Rolle. Und dies gilt es bei der Selbsteinschätzung zu berücksichtigen.

Wer nicht versteht, wie Zufall und Varianz sich auf Sportwetten auswirken, begibt sich aufs Glatteis. Eine Erfolgsquote von 9-2 und 10 Einheiten im Plus wäre für viele ein gelungenes Wochenende in der NFL. Solche Allüren können dazu führen, dass man seine Einsätze erhöht und mehr Wetten abschließt. Liegt die Erfolgsquote am Saisonende dann bei 139-59 und 95 Einheiten im Minus, sehen die Dinge natürlich schon anders aus. 

Es fällt manchmal schwer, sich Fehler einzugestehen. Es hilft beim Wetten jedoch, besser zu werden. Am liebsten würde man immer richtig liegen. Einfach seltener falsch zu liegen, ist aber ein guter Start, um bei Sportwetten Geld zu sparen. Beginnt man einmal Geld zu sparen, so verdient man auch eher welches. 

Sich in das Unvermeidliche fügen

Wer zu wetten beginnt und denkt, er werde immer richtig liegen, der kann sich auf etwas gefasst machen. Generell gilt beim Wetten eine Erfolgsquote zwischen 53–55 % als Richtwert (bei Quoten von 1:1, also normalerweise Handicap- und Über-Unter-Wetten). Selbst die größten Experten verlieren über 40 % ihrer Wetten. Wie gesagt: Verlieren heißt nicht immer, dass Sie falsch gelegen haben, aber 40 von 100 Wetten im Lauf einer Wettkarriere zu verlieren, bedeutet, dass einem hie und da Fehler unterlaufen sind.

Die Welt ist voller Leute, die sich für die absoluten Wettkönige halten. Je eher man sich davon löst und erkennt, dass man Fehler machen und Böcke schießen wird und zudem Zeit und Energie darauf verwenden muss, sein Vorgehen und seine Resultate zu verbessern, desto besser. Sobald man seine Fehlbarkeit einsieht, erkennt man auch, dass man daran arbeiten und besser werden kann. Verbucht man seine Verluste immer nur unter „Pech gehabt“, so wiederholen sich Fehler und Resultate.

Die eigenen Schwächen einsehen

Für Fehler gibt es oft Gründe, die unter der eigenen Kontrolle liegen. Wer sich das eingesteht, der kann genauer hinsehen und sich fragen, wo er Fehler macht und was er dagegen tun kann. 

Vielleicht sind es die Modelldaten, gleiche Anfangswahrscheinlichkeiten trotz neuer Datenlage, oder eine Neigung, die Ihre Wahrnehmung einer Mannschaft oder eines Spielers getrübt hat. Es gibt eine Menge Dinge zu berücksichtigen. Und jeder Wettende muss sich damit auseinandersetzten, wenn er besser werden will.

Fragen Sie sich nach jedem Ereignis und für jede Ihrer Wetten: „Würde ich diese Wette mit meinem jetzigen Wissen wieder abschließen, wenn das Ereignis wiederholt würde?“

Gleich ob kleine Justierungen, große Änderungen, mehr oder weniger Analysefaktoren: Weiß man einmal, dass etwas nicht stimmt, muss man nur noch versuchen, es zu richten und die nötige Zeit investieren.

Vielleicht muss man noch einmal von vorne anfangen, eine neue Methode ausprobieren und seine Berechnungen an historischen Daten überprüfen. Man kann auch bisherige und neue Wettmethoden gleichzeitig anwenden und die Ergebnisse und Zahlen vergleichen. Antworten gibt dieser Artikel leider keine. Er kann nur dazu ermutigen, sich diese Fragen zu stellen.

Fehler machen, damit das Risiko stimmt

Fehler können einem nicht nur dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, man kann auch viel über den Umgang mit der eigenen Bankroll aus ihnen lernen. Treffsichere Prognosen sind schön und gut, aber ohne Geld kommt man beim Wetten nicht weit. 

Eins ist klar: Wem eine verlorene Wette einen Schlag ins Kontor versetzt, der passt später besser auf. Verliert man Geld beim Wetten, so lernt man, sich vielleicht so lange auf niedrige Einsätze zu beschränken, bis sich bessere Ergebnisse abzeichnen. Das ist ein guter Weg, die Finanzen unter Kontrolle zu halten und die eigene Wettstrategie auf die Probe zu stellen.

Während man sein Vorgehen verfeinert und seinen Vorteil zu erkennen, realisieren und optimieren weiß, kann man sich nach einer proportionalen Einsatzmethode umsehen, das Kelly-Kriterium zum Beispiel.

Ein methodischeres Risikomanagement ermöglicht, größere Risiken tragen zu können und immer öfter den richtigen Wetteinsatz zu leisten. Wer es mit dem Wetten ernst mein, spielt auch oft mit hohen Einsätzen. Zweifelt man zu sehr an der Höhe des Einsatzes, dann ist es wahrscheinlich nicht die richtige Wette. 

Ein gewisses Risiko tragen zu können, ist beim professionellen Wetten entscheidend. Scheut man das Risiko zu sehr, schafft man es oft nicht, wirklich ein Einkommen damit zu erzielen. Lernt man aus Fehlern einmal, sorgsam mit seinem Geld umzugehen, so gewöhnt man sich immer mehr an den Gedanken, dass man immer wieder gewinnen und verlieren wird. Es geht nicht darum, wie viel man bei einer einzelnen Wette verloren hat, sondern was auf lange Sicht dabei herausspringt. 

Vertrauen in das eigene Vorgehen

Selbst nach Hunderten oder Tausenden Wetten, weiß man vielleicht trotzdem nicht, ob man beim Gewinnen Glück und beim Verlieren Pech hatte (oder umgekehrt). Viele tun sich schwer, das zu akzeptieren. Wer mehr über seine Erfolgsquote wissen möchte, der kann den p-Wert der t-Verteilung (oder den t-Test) berechnen (eine Anleitung findet sich im vorherigen Artikel von Joseph Buchdahl).

Ob man nun gekonnt oder dilettantisch wettet, sagt einem dieser Ansatz auch nicht. Er zeigt einem aber, wie wahrscheinlich es wäre, dass man mit seinen Wetten per Zufall einen Profit machen würde. Dabei gilt natürlich: Je größer die Stichprobe, desto aufschlussreicher sind die Ergebnisse des t-Tests.

Fehler sind nicht so schlimm

Wichtig ist, aus seinen Wetten etwas zu lernen. Verlorenen Wetten sollte man gleichviel Beachtung schenken wie gewonnenen. Was ist schief gelaufen? Waren die Berechnungen falsch oder war es Pech? Hier ist ein richtig guter Tipp: Fragen Sie sich nach jedem Ereignis und für jede Ihrer Wetten: „Würde ich diese Wette mit meinem jetzigen Wissen wieder abschließen, wenn das Ereignis wiederholt würde?“

Fehler zu machen, ist nichts Schlechtes, denn sie helfen entscheidend bei der eigenen Entwicklung.

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