Apr 21, 2020
Apr 21, 2020

Die Illusion der Kontrolle

Das Bedürfnis nach Kontrolle

Der Einfluss eigener Entscheidungen

Gefährliches Wissen und knappe Fehlschläge

Die Illusion der Kontrolle

Die Menschen neigen dazu, ein fälschliches Gefühl der Kontrolle in Situationen hinein zu interpretieren, die inhärent zufällig, unkontrollierbar oder unvorhersehbar sind. Die Illusion der Kontrolle spielt beim Wetten eine besondere Rolle, weshalb sich alle Wettenden damit vertraut machen sollten, um sich gegen den Aberglauben zu wappnen. Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.

Das Bedürfnis nach Kontrolle

Scheinbar sind wir dazu festverdrahtet, nach Kausalität Ausschau zu halten und Korrelationen dort zu sehen, wo es keine gibt. Wir haben Schwierigkeiten damit, Ereignisse als unabhängig voneinander zu betrachten. Die Menschen der Vorzeit hatten ein sehr begrenztes Verständnis der rauen Umgebung, in der sie lebten. Sie versuchten daher Ursachen und Konsequenzen von Handlungen und Ereignissen zu sehen, die entweder zufällig oder zu kompliziert zu verstehen waren. Aberglaube und Rituale kamen als Möglichkeit auf, sich ein Gefühl der Kontrolle zu bewahren, und haben sich bis heute gehalten.

Faszinierende Experimente haben dieses Verhalten sogar im Tierreich nachgewiesen; eines der berühmtesten stammt vom Psychologen B. F. Skinner von der Harvard University.

Im Jahr 1948 gab Skinner in bestimmten Zeitabständen Futter in einen Taubenkäfig. Die Taube hatte zwar keinen tatsächlichen Einfluss auf die Häufigkeit der Fütterung, doch die kurz vorher ausgeführten Verhaltensweisen (Kopfnicken, Umdrehen) wurden konditioniert als verantwortlich für das Erscheinen der Nahrung. Jede Taube entwickelte ein einzigartiges Ritual, das vorgeblich die Belohnung auslöste.

Das Gleiche gilt auch für Menschen, die mit den verschiedensten Ritualen ein Gefühl der Kontrolle verbinden (z. B. indem sie schwarze Katzen meiden oder nicht unter Leitern durchgehen). Auch in weniger offensichtlichen Bereichen tritt dieses Verhalten noch heute auf. Studien an Börsenmaklern haben z. B. gezeigt, dass sie in zufälligen Systemen ein Gefühl der Kontrolle erfahren.

Im Ergebnis definierte Skinner die sog. operante Konditionierung – Reaktionen, die das Verhalten bestärkten, bestraften oder neutrale Auswirkungen darauf hatten. Eigene Entscheidungen spielen eine wichtige Rolle bei der Bestärkung von Verhaltensweisen, und Casino-Spiele sind dafür ein tolles Beispiel.

Der Einfluss eigener Entscheidungen

Die meisten Casino-Spiele laufen völlig zufällig ab, aber die meisten Wettenden glauben irrationalerweise daran, den Ausgang bestimmen zu können, wenn sie eigene Entscheidungen treffen können.

„Scheinbar sind wir dazu festverdrahtet, nach Kausalität Ausschau zu halten und Korrelationen dort zu sehen, wo es keine gibt. Wir haben Schwierigkeiten damit, Ereignisse als unabhängig voneinander zu betrachten.“

Diese Tendenz lässt sich daran beobachten, dass Menschen mehr einsetzen, wenn sie z. B. bei Craps die Würfel in der Hand halten oder beim Roulette die Kugel werfen. In beiden Beispielen zeigen Wettende einen irrationalen Glauben daran, das tatsächlich zufällige Ergebnis beeinflussen zu können, indem sie eigene Entscheidungen im Spiel treffen. Das funktioniert auch über zwei Ecken, wenn Wettende bei der Glückssträhne eines Anderen mitwetten – weil dieser besonders viel Kontrolle zu haben scheint.

Auch bei Lotterien lässt sich die Illusion der Kontrolle beobachten, denn die Spieler haben erheblich mehr Vertrauen in ihre eigenen Zahlen, als in maschinengenerierte Zahlen. Da das Ergebnis vollkommen zufällig ist, ist beides gleich wahrscheinlich.

Tatsächlich können zufällige Lotterieauswahlen den potenziellen Gewinn steigern, da so viele Menschen ihr Geburtsdatum verwenden. Die Gewinnchancen sind die selben, aber man muss mit größerer Wahrscheinlichkeit das Geld mit mehr Gewinnern teilen, wenn man auf die beliebten Zahlen von 1 bis 31 setzt, wodurch sich die potenziellen Auszahlungen verringern.

In den Casino-Beispielen werden die Verhaltensweisen eingeübt, die zum Erfolg führen – wie die Kugel geworfen wird, welches Ritual man vollzieht, während wir die Verhaltensweisen wahrscheinlich seltener wiederholen, für die wir bestraft werden.

Da sich das Leben und auch das Wetten nicht so einfach auf enge Definitionen von Erfolg und Fehlschlag und die dahinterstehenden Ursachen reduzieren lassen, neigen wir sehr häufig dazu, Verhaltensweisen irrational einzuüben.

Gefährliches Wissen und knappe Fehlschläge

Vielleicht haben Sie ja schon einmal den Ausdruck gehört, dass „zu viel Wissen gefährlich sein kann“. Dieses Konzept spielt gerade bei Wetten eine große Rolle. Das Wissen eines Wettenden über ein Team, die Sportart oder ein bestimmtes Event geben ihm ein übertriebenes Gefühl davon, das Geschehen einschätzen und vorhersagen zu können.

Wenn sie Erfolg haben, ordnen Wettende häufig im Nachhinein die Logik hinter ihren Entscheidungen dem Ergebnis zu, was zum oben beschriebenen Einüben von Verhaltensweisen und der Illusion der Kontrolle führt.

Das Gleiche gilt für knappe Fehlschläge, bei denen Wettende dadurch in Verhaltensweisen bestärkt werden, dass sie fast gewinnen. Sie denken also, einen funktionierenden Ansatz gefunden zu haben, und verfolgen diesen weiter – obwohl höchstwahrscheinlich keinerlei echte Korrelation besteht.

Um diesen Effekt abzuschwächen, müssen Sie akzeptieren, dass Sie bei zufälligen Ereignissen keine Kontrolle haben. Stellen sie klar umrissene Hypothesen auf und testen Sie diese streng, eine nach der anderen. Und nehmen Sie Wett-Tipps nicht einfach für bare Münze. Sie sollten außerdem immer versuchen, zwischen Signal und Rauschen zu unterscheiden.

Wie beim Aberglauben ist die pathologische Zuordnung von Wettergebnissen und individuellen Verhaltensweisen leider sehr schwierig zu vermeiden, da es sich um festverdrahtetes Verhalten handelt. Der Schlüssel für Wettende ist es, mit so viel Disziplin wie möglich Schlussfolgerungen aus ihrem Wettverlauf zu treffen und die „Lieblingshose als Glücksbringer“ lieber zum Tanzen anzuziehen.

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