Dez 13, 2012
Dez 13, 2012

Die Illusion, alles unter Kontrolle zu haben

Die Illusion, alles unter Kontrolle zu haben
Menschen glauben häufig, Situationen unter Kontrolle zu haben, die tatsächlich völlig dem Zufall unterliegen und unkontrollierbar oder unvorhersehbar sind. Diese Illusion, alles unter Kontrolle zu haben, trifft man besonders häufig beim Glücksspiel an, weswegen alle Wettenden sie verstehen und möglichst vermeiden sollten.

Der Wunsch nach Kontrolle – Skinner und seine abergläubischen Tauben

Wir scheinen so programmiert zu sein, dass wir immer nach Zusammenhängen suchen und sie auch dort finden, wo es sie gar nicht gibt. Es fällt uns schwer, Ereignisse als unabhängig voneinander zu betrachten. Der frühe Mensch hatte ein sehr begrenztes Verständnis von den Abläufen in seiner unwirtlichen Umgebung und versuchte deshalb verzweifelt, seine Handlungen als Ursache oder Folge von Ereignissen zu identifizieren, die entweder zufällig oder so kompliziert waren, dass er sie nicht verstehen konnte. Aus dem Versuch, ein wenig Kontrolle zu übernehmen, entstanden Aberglaube und Rituale, die auch heute noch häufig anzutreffen sind.

Faszinierende Experimente zeigen dieses Verhalten im gesamten Tierreich. Eines der berühmtesten Experimente führte B. F. Skinner durch, ein Psychologe aus Harvard.

Im Jahr 1948 schüttete Skinner in regelmäßigen Abständen Futter in einen Taubenkäfig. Die Taube hatte keinerlei Einfluss auf die Fütterungsfrequenz, sie glaubte jedoch, dass das Verhalten, das sie zufällig zum Zeitpunkt der Fütterung zeigte (Kopfnicken, Umdrehen), für das Auftauchen des Futters verantwortlich sei. Jede Taube entwickelte ihr eigenes Ritual, von dem sie glaubte, dass es die Belohnung auslösen würde.

Dasselbe gilt für Menschen, denen bestimmte Rituale ein Kontrollgefühl vermitteln (z. B. schwarzen Katzen aus dem Weg zu gehen oder nicht unter Leitern hindurchzugehen). Dies geschieht auch heute noch in weniger offensichtlichen Bereichen. Studien mit Börsenhändlern haben zum Beispiel gezeigt, dass sie glauben, zufällige Systeme auf gewisse Weise kontrollieren zu können.

Skinner entwickelte aus seinen Forschungsergebnissen die Definition der „operanten Konditionierung“, Reaktionen, die Verhaltensweisen verstärkten, bestraften oder eine neutrale Auswirkung darauf hatten. Persönliche Entscheidungen spielen eine wichtige Rolle bei der Verstärkung von Verhaltensweisen, und Casinospiele stellen ein hervorragendes Beispiel hierfür dar.

Der Einfluss persönlicher Entscheidungen – Der Wunsch, selbst zu würfeln

Die Mehrheit der Casinospiele ist absolut zufällig, und doch haben viele Wettende den irrationalen Glauben, Ergebnisse basierend auf persönlichen Entscheidungen beeinflussen zu können.

Diese Tendenz wird dadurch bestätigt, dass Spieler mehr setzen, wenn sie bei Craps selbst würfen oder beim Roulette die Kugel in das Rad werfen. In beiden Beispielen zeigen Wettende den irrationalen Glauben daran, ein zufälliges Ergebnis steuern zu können, nur weil sie selbst während des Spiels eine persönliche Entscheidung ausüben. Dies gilt auch in Stellvertreter-Situationen, z. B. wenn die Wettenden sich jemandem mit einer Glückssträhne anschließen, von dem sie glauben, dass er die Situation besonders gut kontrolliert.

Lotterien bieten ebenfalls die Illusion der Kontrolle, da Spieler glauben, größere Erfolgschancen zu haben, wenn sie mit ihren eigenen Zahlen spielen als wenn sie computergenerierte Zahlen verwenden. Da das Ergebnis absolut zufällig ist, sind die Erfolgschancen identisch.

Tatsächlich steigen die möglichen Gewinnsummen bei zufällig generierten Zahlen, da die Spieler häufig Geburtsdaten wählen. Die Gewinnchancen sind gleich, bei den Zahlen von 1 bis 31 steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit eines geteilten Gewinns, wodurch die mögliche Gewinnsumme sinkt.

In den Casinobeispielen werden Verhaltensweisen, die zum Erfolg geführt haben – die Art des Kugelwurfes, das angewendete Ritual – verstärkt genutzt, während solche, die zu Misserfolgen geführt haben, eine negative Wahrnehmung auslösen und deshalb nicht wiederholt werden.

Da jedoch weder das Leben noch das Glücksspiel auf die Definition von Erfolg und Niederlage sowie deren Ursachen reduziert werden können, ist das Potenzial für die irrationale Verstärkung von Verhaltensweisen enorm.

Gefährliche Informationen und Beinaherfolge – Vorsicht vor Rückinterpretation

Vielleicht hast du schon einmal den Satz gehört „Halbwissen ist gefährlich“. Dies gilt besonders für das Glücksspiel, wo das Gefühl der Überlegenheit, das aus gewissen Informationen zu einem Team, einer Sportart oder einer Veranstaltung entsteht, zu viel Sicherheit bei der Vorhersage von Ergebnissen verleihen kann.

Im Fall eines möglicherweise unerwarteten Erfolges rückinterpretieren Wettende häufig die Logik, die ihrer Auswahl zugrunde lag, um sie an das Ergebnis anzupassen, und schaffen so, wie oben beschrieben, die Illusion der Kontrolle.

Dies gilt ebenso für Beinaherfolge, bei denen Wettende aus der Tatsache, dass sie beinahe richtig lagen, so viel Selbstvertrauen schöpfen, dass sie ihr Verhalten wiederholen. Entsprechend wiederholen sie das, was sie für einen sinnvollen Ansatz halten, obwohl es tatsächlich keinen gültigen Zusammenhang gibt.

Beachte folgende Fakten, die diesen Effekt abschwächen:

  • Akzeptiere, dass du keinerlei Kontrolle hast, wenn Ergebnisse zufällig sind
  • Teste eingeschränkte, klar definierte Theorien nacheinander
  • Nimm Wetttipps nicht einfach für bare Münze
  • Versuche, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden

Wie beim Aberglauben fällt es auch beim Wetten schwer, Ergebnisse nicht mit bestimmten Verhaltensweisen in Zusammenhang zu bringen, da wir dies instinktiv tun. Entscheidend für Wettende ist, so diszipliniert wie möglich vorzugehen, wenn sie Rückschlüsse aus ihrer Wettbilanz ziehen, und Glückbringer besser zu anderen Zwecken zu nutzen.

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