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Apr 13, 2017
Apr 13, 2017

Wettpsychologie: Ein Crash-Kurs für aufstrebende Wettprofis

Wir hinterfragen die Theorie der rationalen Entscheidungen

Irrationalität beim Wetten

Aus welchen Gründen wetten Sie?

Wettpsychologie: Ein Crash-Kurs für aufstrebende Wettprofis

Wenn Sie herausfinden möchten, wie Sie mit Sportwetten Geld verdienen können, stoßen Sie früher oder später auf den Begriff Wettpsychologie. Können sich Ihre Gedanken direkt auf Ihre Gewinne auswirken? Was sind die häufigsten Fehler und wie können Sie sie vermeiden? Steuern Sie Ihre Aktionen oder werden Sie von ihnen gesteuert? Im Folgenden erhalten Sie einen Crash-Kurs in Wettpsychologie. 

Wir Menschen glauben, den Tieren aufgrund unserer Fähigkeit zu rationalem Denken überlegen zu sein. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf der Theorie der rationalen Entscheidungen. Diese Theorie geht davon aus, dass Menschen in jeder Situation versuchen, ihre Vorteile zu maximieren und ihre Verluste zu minimieren. Das klingt absolut logisch, oder? Auf dem Papier ist das so, aber funktioniert es in der Praxis tatsächlich auch so? Wir wollen es herausfinden.

Wir hinterfragen die Theorie der rationalen Entscheidungen

In der Wirtschaft bezeichnet der Begriff „Präferenz“ die Reihenfolge der Alternativen basierend auf ihrem relativen Nutzen, also der daraus entstehenden Zufriedenheit oder Belohnung. Wenn wir wissen, dass die Obstliebhaberin Marie Mangos lieber als Erdbeeren mag und Erdbeeren wiederum lieber als Äpfel, können wir vorhersagen, dass sie sich bei der Wahl zwischen einer Mango und einem Apfel für die Mango entscheidet.

Nehmen wir jetzt einmal an, dass Marie die Geburtstagsfeier ihrer 6-jährigen Nichte besucht. Ihre gesundheitsbewusste Schwester bietet anstelle von Süßigkeiten Obst an und die Kinder scheinen begeistert zu sein. Es schmeckt ihnen so gut, dass Marie am Tisch nur noch zwei gefüllte Obstschalen vorfindet: eine mit Mangoscheiben und eine andere mit einem halbierten Apfel. Gerade als sie nach ihrem Lieblingsobst greifen möchte, stürmen zwei Kinder an den Tisch, um sich gegenseitig die Mango wegzuschnappen. Marie teilt die Mangoscheiben auf, um die Kinder zu gerechtem Teilen zu ermutigen, und nimmt sich anschließend den Apfel.

Blind darauf zu vertrauen, dass Sie sich aufgrund Ihres Wunsches, mit Wetten Geld zu verdienen, auch entsprechend verhalten werden, ist eine irrationale Annahme.

Was ist hier passiert? Marie ist erwachsen und kann die Mango behalten, wenn sie sie haben möchte. Aber das tut sie nicht. Handelt Marie irrational? Verhaltenswissenschaftlern zufolge ist die Befriedigung, die Marie erlebt, indem sie zwei Kinder zufriedenstellt, größer als jene, die ihre Geschmacksknospen beim Essen der Mango erfahren. Aus diesem Grund trifft sie die „irrationale“ Entscheidung für den Apfel.

Sehen wir uns an, was sie in einem anderen Zusammenhang wählen würde. Marie ist immer knapp bei Kasse. Das nächste Gehalt kommt erst in einer Woche, aber sie hat ihr Konto bereits überzogen und ist mit ihrem Ausgabeverhalten alles andere als glücklich. Auf dem Weg zur Bibliothek trifft sie ihren Freund Gregor. Gregor hat sich gerade einen Becher mit Apfelstücken mit etwas Zimt und Honig gegönnt und bietet ihr etwas davon an.

Eigentlich hat sie im Moment unbändige Lust auf Mango mit Vanilleeis, dafür müsste sie aber Geld ausgeben. Sie nimmt Gregors Angebot aus Frustration an. Wie liefe dasselbe Szenario direkt nach dem Zahltag ab? Marie kann sich jetzt Mango mit Vanilleeis leisten, die sie sich noch mit etwa Schokoladensirup verfeinern lässt. Würden Sie darauf wetten, dass sie sich für einen kostenlosen Apfel entscheidet? 

Schnellvorlauf zum Zahltag: Marie liest ein Buch darüber, wie sie ihre Finanzen in den Griff bekommen kann, und ist fest entschlossen, die Kontrolle über ihr Bankkonto zu übernehmen. Es soll nie wieder im Minus sein. Sie berechnet ihr maximales Tagesbudget und geht mit einer Einkaufsliste, an die sie sich halten will, in den Supermarkt. Am Ende des Einkaufs stellt sie fest, dass sie laut ihrer Berechnung weitere 2 € ausgeben kann.

Sie geht direkt in die Obstabteilung und sieht sich die Preise an. Ein Becher mit Mangowürfeln kostet 2,50 €, eine Packung Apfelscheiben kostet 2,00 € und eine Schale Erdbeeren kostet ebenfalls 2,00 €. Dieses Mal ist Marie entschlossen, ihre Gefühle zu kontrollieren und ihre Ziele zu erfüllen. Sie nimmt sich die Erdbeeren und freut sich über ihre Disziplin.

Irrationalität beim Wetten

Haben Verhaltenswissenschaftler mit ihrer Behauptung Recht, dass Menschen sich nicht fortlaufend entsprechend rationalen Axiomen verhalten? Diese Diskussion wird seit langem geführt. Ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist jedoch, dass allein die Tatsache, dass jemand sagt, dass er etwas möchte, noch lange nicht bedeutet, dass er sich entsprechend verhalten wird.

Im echten Leben hängen Entscheidungen so sehr von Kontext, verfügbaren Alternativen, finanziellen Anreizen, Zeitpunkt, Zielen und Ambitionen ab, dass es irrational wäre, darauf zu vertrauen, dass Sie sich aufgrund Ihres Wunsches, mit Wetten Geld zu verdienen, auch entsprechend verhalten werden. Tatsächlich ist Rationalität so selten anzutreffen, dass man sie schon beinahe als Superkraft bezeichnen könnte.

Ist es sinnvoll, eine Wette auf „Über 2,5 Tore“ zu platzieren, nur weil eine Mannschaft in ihrem letzten Spiel gegen einen starken Gegner problemlos vier Tore erzielen konnte und dieses Ergebnis wahrscheinlich gegen ein schwächeres Team wiederholen kann? Wenn Sie dies glauben, sind Sie der Verfügbarkeits-Bias zum Opfer gefallen. 

Haben Sie jemals nach einer Serie von Verlusten Ihren Einsatz erhöht? Schließlich ist das Glück beim nächsten Mal garantiert wieder auf Ihrer Seite?! Dies ist ein klassischer Fall des Spieler-Trugschlusses, einem von vielen Denkfehlern, vor denen Wettende sich schützen müssen. Psychologen haben eine Reihe von kognitiven Verzerrungen ermittelt, die Wettende regelmäßig zum Geldverlust verleiten.

Wie können Sie diese Trugschlüsse überwinden? Die Antwort ist ganz einfach: gar nicht. Sie können lediglich Ihre Aktionen kontrollieren, indem Sie Wetten ausgehend vom Erwartungswert und nicht aufgrund von Gefühlen und Annahmen platzieren. So können Sie Teil der elitären Minderheit werden, die mit Sportwetten Geld verdient.

Erwartungswert

Der Betrag, mit dessen Gewinn oder Verlust ein Spieler rechnen kann, wenn er immer wieder zu derselben Quote wettet. Berechnet anhand einer einfachen Gleichung, bei der die Gewinnwahrscheinlichkeit mit dem Betrag multipliziert wird, der pro Wette gewonnen werden kann, und davon dann die Verlustwahrscheinlichkeit multipliziert mit dem Betrag, der pro Wette verloren werden kann, subtrahiert wird.

Warum wetten Sie?

Kennen Sie die Gründe, aus denen Sie wetten? Gefällt Ihnen der Adrenalinschub? Sehen Sie die gelegentlichen Erfolge als angenehme Belohnung? Lernen Sie auf diesem Weg gern neue Leute kennen? Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sind Wetten für Sie eine Form der Unterhaltung. Setzen Sie beim Wetten einfach weiterhin auf Ihr Bauchgefühl und erfreuen Sie sich an der Achterbahnfahrt. Behalten Sie dabei jedoch eine Sache im Hinterkopf: Genau wie bei jeder anderen Form der Unterhaltung sollten Sie nur Geld ausgeben, dessen Verlust Sie sich leisten können.

Wenn Sie jedoch mit Wetten ein fortlaufendes Einkommen erzielen möchten, geben Sie keine Wette mehr ab, ohne sicherzustellen, dass sie profitabel ist. Berechnen Sie hierfür den Erwartungswert und zwar absolut unabhängig davon, was Ihr Bauchgefühl über die Wette sagt. Beim Geldverdienen kommt es auf Ausdauer an und langfristig lügen Wahrscheinlichkeiten nicht. 

Wettressourcen – Für bessere Wetten

Die Wettressourcen von Pinnacle sind eine der umfangreichsten Sammlungen von Expertenratschlägen zum Thema Wetten im Internet. Sie richten sich an alle Erfahrungslevel mit dem Ziel, den Wettenden wertvolles Wissen zu vermitteln.